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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2016

AutorInnen: Neugebauer, Corinna

Titel: Analyse der Verwandtschaftsstrukturen in der österreichischen Haflingerpopulation.

Titelvariante: Analysis of coancestry within the Austrian Haflinger horse populations

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 66.


Betreut von:

Brem Gottfried

Begutachtet von:
Van Den Hoven Rene

Einrichtung:
Institut für Tierzucht und Genetik


Abstract:
Als Ausgangsmaterial für die Verwandtschaftsanalyse der österreichischen Haflingerpopulation dienten die Daten der Arbeitsgemeinschaft der Haflingerzüchter Österreichs (ARGE Haflinger) und jene des Haflinger Pferdezuchtverbandes (HPZV) Tirol. Dieser Datenpool mit 57.021 Tieren war die Grundlage zur Berechnung des Verwandtschaftskoeffizienten (fij), der genetischen Distanz (average genetic distance) und der genetischen Distanz nach Nei (Nei’s distance) mit dem Computerprogramm ENDOG v4.6. Für die Analysen der Verwandtschaftsstruktur des österreichischen Haflingers wurden drei Referenzpopulationen mit insgesamt 5.571 Tieren gebildet. Referenzpopulation 1 (R1) umfasst 741 Zuchttiere von 2008 bis 2015, Referenzpopulation 2 (R2) umfasst 2.270 Zuchttiere von 1993 bis 2000 und Referenzpopulation 3 (R3) umfasst 2.560 Zuchttiere von 1978 bis 1985. In der vorliegenden Arbeit wurde festgestellt, dass die Zuchttiere des HPZV Tirol untereinander enger verwandt sind als die Zuchttierbestände der ARGE Haflinger. In der R2 und R3 gibt es eine Tendenz zur größeren genetischen Einheitlichkeit innerhalb der Hengst-Population als in der Stuten-Population. Jedoch ist die Population der Stuten in der aktuellen Referenzpopulation (R1) enger verwandt als die der Hengste. Innerhalb des Bundeslandes Tirol wurde die höchste Verwandtschaft in den beiden älteren Referenzpopulationen (R2 und R3) berechnet. In der aktuellen Referenzpopulation gibt es die engste Verwandtschaft innerhalb Oberösterreichs. Die Haflinger-Populationen von Oberösterreich und Tirol sind in der R1 und R2 am engsten miteinander verwandt, und in der R3 bestehen die größten verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Haflingern Tirols und Niederösterreichs. Der kleinste Verwandtschaftskoeffizient berechnet sich innerhalb Kärntens (in der R1 und R3) und der Steiermark (in der R2). Die kleinste Verwandtschaft gibt es zwischen der Steiermark und Kärnten in der R2 und R3, in der aktuellen Referenzpopulation zwischen Kärnten und Niederösterreich. Die Zuchttierbestände verringerten sich von der dritten bis zur aktuellen Referenzpopulation um 1.819 Tiere (71%), und die Verwandtschaft nimmt von der R3 bis zur R1 zu. Die Populationsgröße verhält sich somit indirekt proportional zur Verwandtschaft. Je kleiner die Population wird, desto enger verwandt sind die Tiere.


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