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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2016

AutorInnen: Baum, Laura

Titel: Induzierte Ovulation versus spontaner Östrus - Zyklusbestimmung beim Wildmeerschweinchen (Cavia aparea).

Titelvariante: Induced Ovulation versus spontaneous Oestrous-Investigations of the oestrous cyclus of wild cavies (Cavia aparea)

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 61.


Betreut von:

Schwarzenberger Franz

Begutachtet von:
Schäfer-Somi Sabine

Einrichtung:
Abteilung für Physiologie, Pathophysiologie und experimentelle Endokrinologie


Abstract:
Bei Hausmeerschweinchen geht man davon aus, dass die Ovulation im Zyklus spontan erfolgt. Beobachtungen zur Verpaarung von Aperea-Wildmeerschweinchen lassen jedoch vermuten, dass diese induziert ovulieren. In meiner Diplomarbeit wurde untersucht, ob die Tiere in Gegenwart und in Abwesenheit von Männchen spontan oder induziert ovulieren, wobei kein direkter Kontakt zu den Männchen gegeben war. Dafür wurden die Aperea-Weibchen in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe hatte keinen Kontakt zu Männchen (n = 8) und die andere konnte mit den Männchen getrennt durch ein Käfiggitter interagieren (n = 8). Ziel dieser Arbeit war es die Zyklen der Weibchen beider Gruppen zu bestimmen und diese anschließend miteinander zu vergleichen. Dazu wurde den Weibchen über einen Untersuchungszeitraum von 39 Tagen täglich Vaginalzellen entnommen und nach dem Färben nach Papanicolaou mikroskopisch beurteilt. Parallel dazu wurden die Östrogenmetaboliten im Kot mittels Enzymimmunoassay bestimmt. Ebenso wurden täglich die Vulva und die Öffnung der Vaginalmembran beurteilt. Der Zyklus der Weibchen beider Gruppen war im Durchschnitt 16 Tage lang. Es zeigte sich weder in der Anzahl der verhornten Zellen, noch bei den Östrogenwerten und auch nicht in der Anzahl der Öffnungen der Vaginalmembran, signifikante Unterschiede. Dies deutet darauf hin, dass der Zyklus der weiblichen Aperea-Meerschweinchen durch die Anwesenheit der Männchen nicht beeinflusst wird. Bei meinen Untersuchungen stellte sich heraus, dass die alleinige Beurteilung der Öffnung der Vaginalmembran keine sichere Methode ist, um einen Östrus zu bestimmen. Diese zeigte sich bei den von mir untersuchten Tieren ebenfalls auch an Tagen geöffnet, an denen bei den Weibchen kein zytologischer Östrus festzustellen war. Daher ist es ratsam, zur Bestimmung der Ovulation gleichzeitig auch eine Vaginalzytologie hinzuzuziehen. Um vollen Aufschluss über die Zyklen der Wildmeerschweinchen zu erhalten, wäre es hilfreich in Zukunft neben den Östrogenen auch die Progesteronmetaboliten im Kot zu analysieren und Referenz-Bereiche zu erstellen.


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