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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2016

AutorInnen: Dourakas, Matthias Evangelos

Titel: Auswirkung von Lahmheit und Klauenläsionen auf die Milchleistung von Rindern in Österreich.

Titelvariante: Effect of lameness and claw lesions on milk yield in Austrian dairy cows

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 42.


Betreut von:

Drillich Marc
Kofler Johann

Einrichtung:
Universitätsklinik für Wiederkäuer, Klinische Abteilung für Wiederkäuermedizin


Abstract:
Aus dem Efficient-Cow-Projekt wurden von insgesamt 156 Betrieben, verteilt über ganz Österreich, die Leistungsdaten von 4170 Kühen verschiedener Rassen ausgewertet. Ziel dieser Diplomarbeit war es, die Auswirkungen von Lahmheiten und Klauenläsionen auf die Milchleistung von Rindern in Österreich zu beschreiben. Aus der sehr umfangreichen Datensammlung des Projekts wurden die 305-Tage-Leistung für die Milchmenge, Fettmenge und Eiweißmenge, die Betriebsnummer, Anzahl der Laktationen, Kalbedatum, Lahmheitsbeurteilungen, Klauenbefunde und die jeweilige Rasse verwendet. Ausgewertet wurden die Daten der 3 anteilsmäßig größten Rinderrassen in Österreich: Fleckvieh, Braunvieh und Holstein Friesian. Aufgrund der Lahmheitsbeurteilungen wurden die Kühe in verschiedene Lahmheitsgruppen (0 bis 4) eingeteilt. Mittels mehrerer statistischer Modelle konnten den einzelnen Lahmheitsgruppen ihre berechnete Milchleistung, Eiweißleistung und Fettleistung zugeordnet werden. Diese Berechnungen wurden einerseits ohne Rassenunterschiede und andererseits für jede einzelne der drei Rassen durchgeführt. Es ergaben sich signifikante Ergebnisunterschiede im Gesamtmodell für alle Rassen in der Milchleistung und Eiweißleistung. Bei der Laktationsmilchmenge wurden Unterschiede von Lahmheitsgruppe 1 (ggr. lahm) zu 4 (hgr. lahm) (+234 kg) deutlich. In der Eiweißleistung wurden Unterschiede von Lahmheitsgruppe 0 (nicht lahm) zu 4 (+13 kg), von Gruppe 1 zu 4 (+12 kg), von Gruppe 2 zu 4 (+10 kg) und von Lahmheitsgruppe 3 zu Gruppe 4 (+11 kg) errechnet. Bei der Rasse Fleckvieh ergaben sich signifikante Unterschiede in der Eiweißleistung von Lahmheitsgruppe 1 (+11 kg) und Gruppe 3 (+15 kg) zu Gruppe 4 (279 kg Gesamtleistung 305 Tage). Die Milcheiweißleistung war bei Holstein Friesian Kühen in der Lahmheitsgruppe 4 (193 kg Gesamtleistung 305 Tage) signifikant reduziert, verglichen mit Gruppe 0 (+23 kg Differenz), Gruppe 1 (+25 kg Differenz) und mit Gruppe 2 (+22 kg Differenz). Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass hochgradige Lahmheiten (Lahmheitsgruppe 4) einen negativen Einfluss auf die Milchleistung hatten. Gering- bis mittelgradige Lahmheiten (Lahmheitsgruppen 2 und 3) hatten keinen Effekt auf die Milchleistung. Ebenso wurde nachgewiesen, dass eine hochgradige Lahmheit mit einer signifikanten Absenkung des Milcheiweißgehalt einhergeht. Die Resultate zeigten zudem, dass mittelgradig lahme Kühe (Lahmheitsgruppe 3) sehr hohe Milchleistungen erzielen. Daraus lässt sich schließen, dass diese anfälliger für Lahmheiten sind. Die vorliegende Studie zeigte wie wichtig Prophylaxemaßnahmen, rechtzeitige Behandlung und gutes Betriebsmanagement sein könnten, um Lahmheiten zu verhindern und dadurch hohe Milchleistungen zu erzielen.


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