Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2016

AutorInnen: Sauer, Katharina

Titel: Inzuchtanalyse der österreichischen Haflingerpopulation.

Titelvariante: Inbreeding analysis in the Austrian Haflinger population

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 102.


Betreut von:

Brem Gottfried

Begutachtet von:
Van Den Hoven Rene

Einrichtung:
Institut für Tierzucht und Genetik


Abstract:
Für die Inzuchtanalyse der österreichischen Haflingerpopulation wurden sowohl Datensätze der ARGE Haflinger als auch des Haflinger Pferdezuchtverbandes Tirol zur Verfügung gestellt, vereint und bearbeitet. Insgesamt handelte es sich dabei um 57.021 Datensätze. Für die Berechnung der Inzuchtkoeffizienten nach der Methode von Wright (1922) wurde die Haflingerpopulation in drei Referenzgruppen eingeteilt. Die erste Referenzgruppe bildeten Tiere, die von 2008 bis 2015 im Zuchteinsatz standen, Referenzgruppe 2 umfasste die Haflinger der Jahre 1993 bis 2000 und Referenzgruppe 3 stellten die Zuchttiere von 1978 bis 1985 dar. Die durchschnittlichen Inzuchtkoeffizienten (f für alle Generationen) betrugen 11,9% in Referenzpopulation 1, 8,8% in Referenzpopulation 2 und 6,3% in Referenzpopulation 3. 66% der Tiere in der jüngsten Referenzpopulation wiesen Inzucht-Werte zwischen 10 und 15% auf, in den beiden anderen Referenzpopulationen lagen 58% bzw. 54% der Haflinger zwischen 5 und 10%. Die mittleren Inzuchtniveaus von Hengsten und Stuten zeigen keine gravierenden Unterschiede. Stuten weisen höhere Maximalwerte und niedrigere Minimalwerte auf als Hengste. Der höchste Maximalwert auf der Stutenseite liegt bei 31,5%, auf der Hengstseite sind es 25,8%. Die am stärksten ingezüchteten Linien stellen die Linien N (Referenzpopulation 1) und W (Referenzpopulation 2 und 3) dar. Am wenigsten von Inzucht betroffen sind die Linien M (Referenzpopulation 1) und S (Referenzpopulation 2 und 3). Tirol ist das Bundesland mit den höchsten Inzuchtkoeffizienten, Salzburg und Oberösterreich verzeichnen ebenfalls hohe Werte. Am niedrigsten sind die Inzuchtkoeffizienten in Kärnten, Burgenland und der Steiermark. Den größten Inzuchtzuwachs über die Zeit weist Salzburg auf, in Niederösterreich und der Steiermark war der Anstieg am geringsten. Der Haflinger Pferdezuchtverband Tirol hat generell höhere Inzuchtniveaus vorzuweisen als die ARGE Haflinger. Die Zunahme der Inzucht in den letzten 30 Jahren korreliert negativ mit der Abnahme der Zuchtpopulation (von 2.560 Tieren in der ältesten auf 741 Tiere in der jüngsten Referenzpopulation) in diesem Zeitraum. Je kleiner die Population wird, desto mehr steigt die Inzucht. Der österreichische Haflinger weist im Vergleich zu anderen Pferderassen also relativ hohe Inzuchtkoeffizienten auf. Da trotz verstärkten internationalen Zuchttieraustauschs im letzten Jahrzehnt die Inzuchtentwicklung nicht gebremst werden konnte ist ohne den Einsatz gezielter Maßnahmen in den kommenden Jahren mit einer beschleunigten Inzuchtsteigerung zu rechnen.


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads