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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Master Thesis
Dokumenttyp:

Jahr: 2015

AutorInnen: Summer, Lisinka

Titel: Do domestic dogs show visual preferences for particular species and breeds in a free choice test? A touchscreen study.

Titelvariante: Zeigen Hunde visuelle Präferenzen für bestimmte Spezies oder Rassen in einem Free Choice Test? Eine Touchscreen Studie

Quelle: Master Thesis, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 55.


Betreut von:

Huber Ludwig

Begutachtet von:
Waiblinger Susanne

Einrichtung:
Messerli Forschungsinstitut, Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung


Abstract:
Studien mit Primaten haben gezeigt, dass diese dazu in der Lage sind, Präferenzen für visuelle Stimuli in einem sogenannten Free Choice Test zu zeigen. Da in vorangegangenen Studien bereits bewiesen wurde, dass Hunde die Fähigkeit haben, Bilder auf einem Bildschirm richtig zu erkennen und zu unterscheiden hat diese Studie erstmals untersucht, ob Hunde auch Präferenzen für visuelle Stimuli zeigen können. Zu diesem Zweck wurden 35 Hunden sechs Stimulus Kombinationen auf einem Touchscreen gezeigt: Eigene Rasse vs. unbekannte Rasse, bekannte Rasse vs. unbekannte Rasse, überzüchtete Rasse vs. ursprüngliche Rasse, Hund vs. Mensch, Hund vs. unbekanntes (exotisches) Säugetier und appetitive Objekte wie Futter und Spielzeug vs. unappetitive Objekte (Kontrollset). Es wurden jeweils 30 Bilderpaare pro Stimulus Set gezeigt und die Hunde wurden für jede Wahl belohnt. Auch wenn individuelle Präferenzen nur selten vorkamen, konnten Präferenzen auf Gruppenniveau in drei der sechs Stimuli Sets nachgewiesen werden. Die getesteten Hunde wählten vorzugsweise Fotos von nicht bekannten Hunderassen, was durch einen Dishabituationseffekt erklärt werden könnte. Andererseits zeigte eine zusätzliche Analyse, dass Störvariablen (die Größe des Hundes im Bild, die Fellfarbe und die Blickrichtung) die Wahl beeinflusst haben könnten. Interessanterweise konnte hier gezeigt werden, dass die Hunde häufiger Bilder wählten, die einen Hund mit abgewandtem Blick zeigten. Da dies ein Beschwichtigungssignal darstellt und im Vergleich zu einem frontalen Blick positiver aufgefasst werden sollte, deutet das auch darauf hin, dass die getesteten Hunde die visuelle Information im Bild erkannt haben. Außerdem wählten die Hunde Bilder von Hunden häufiger als von Menschen, was darauf hinweist, dass nicht die soziale Erfahrung, sondern die phylogenetischen Nähe eine entscheidende Rolle bei der Ausprägung von Präferenzen führt. Auch wenn die Ergebnisse dieses Experiments nahelegen, dass bestimmte visuelle Präferenzen in Hunden existent sind; sollten die Ergebnisse mit Vorsicht diskutiert werden, da die Richtungen dieser Präferenzen nicht geklärt sind. Weitere Studien sind notwendig um zu klären, ob Hunde die Bilder berühren, für die sie auch eine Präferenz im echten Leben haben.


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