Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2016

AutorInnen: Spiesberger, Katrin

Titel: Production and characterization of a bispecific single-chain antibody, produced in transgenic cattle, that induces T cell mediated tumor cell killing.

Titelvariante: Produktion und Charakterisierung eines von transgenen Rindern produzierten, bispezifischen Einzelketten-Antikörpers, der T-Zell-mediiertes Tumorzellkilling induziert

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 63.


Betreut von:

Brem Gottfried
Itze-Mayrhofer Corina

Begutachtet von:
Günzburg Walter

Einrichtung:
Institut für Tierzucht und Genetik


Abstract:
Seit nunmehr 30 Jahren weiß man um die Fähigkeit bispezifischer Antikörper die Lyse von Krebszellen durch zytotoxische T-Zellen zu induzieren. Mittlerweile wurde eine Vielzahl an bispezifischen Antikörpern gegen die verschiedensten zellulären Oberflächenantigene entwickelt, von denen die meisten in Säuger-Zellkulturen produziert werden. Dennoch gibt es einige medizinische Produkte, die von transgenen Nutztieren gewonnen werden, meist aus deren Milch. Neben dem, in dieser Studie beschriebenem Antikörper, r28M ist kein anderer bispezifischer Antikörper bekannt, der in transgenen Nutztieren exprimiert wird. Im Rahmen dieser Dissertation wurde die großtechnische Aufreinigung und biologische Aktivität des bispezifischen Antikörpers r28M untersucht. Dieser Antikörper wird im Blut von transgenen Rindern exprimiert und besteht aus zwei variablen Einzelkettenfragmenten, die gegen das humane T-Zelloberflächenantigen CD28 und das Melanom/Glioblastom-assoziierte Zelloberflächenantigen Chondroitionsulfat Proteoglycan 4 gerichtet sind. Neben der Evaluierung der effektivsten Methode zur Blutgewinnung entwickelten wir einen kompetitiven ELISA um r28M nicht nur in seiner gereinigten Form, sondern auch im Blut der Rinder quantitativ nachweisen zu können. Nach der optimierten Aufreinigung des r28M im Großmaßstab folgte die Auftrennung in Monomere, Dimere und Aggregate mittels Größenausschluss-Chromatographie. Weitere Tests hinsichtlich der biologischen Aktivität und Reinheit der r28M Fraktionen zeigten, dass die monomerische Form am besten für weitere Untersuchungen geeignet war. Neben der detaillierten Charakterisierung der Antikörperaktivität erlangten wir Einblicke in die zum Tumorzelltod führenden zellulären Signalwege, die von r28M-aktivierten peripheren mononuklearen Blutzellen ausgelöst werden. In Anbetracht einer möglichen Anwendung in vivo, wurde des Weiteren der Effekt der Zugabe von unterschiedlichen Arzneistoffträgern untersucht. Zusammenfassend wurde der Arbeitsablauf eines kompletten Verfahrens der Aufreinigung von monomerem r28M aus bovinem Blut - vom Stall bis zur Zellkultur - etabliert. Wir konnten zeigen, dass die biologische Aktivität des Antikörpers davon nicht beeinträchtigt wurde, genauso wenig wie seine hohe Spezifität, die r28M zu einer interessanten Therapiemöglichkeit für Melanomapatienten machen könnte.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Spiesberger, K; Paulfranz, F; Egger, A; Reiser, J; Vogl, C; Rudolf-Scholik, J; Mayrhofer, C; Grosse-Hovest, L; Brem, G (2015): Large-Scale Purification of r28M: A Bispecific scFv Antibody Targeting Human Melanoma Produced in Transgenic Cattle. PLoS One. 2015; 10(10):e0140471
Open Access Logo

© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads