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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2018

AutorInnen: Valach, Anna

Titel: Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit von österreichischen Norikerpferden mit Gys-1 H-Allel in der jährlichen Hengstleistungsprüfung.

Titelvariante: Exercise tolerance and performance traits of Austrian Noriker horses with Gys-1 H-allele in the annual HLP selection program

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 30.


Betreut von:

Brem Gottfried

Begutachtet von:
Cavalleri Jessika-Maximiliane

Einrichtung:
Institut für Tierzucht und Genetik


Abstract:
Es gibt zahlreiche Untersuchungen zur Gys-1 Allelfrequenz bei Pferden unterschiedlichster Rassen. Sie variiert zwischen 0.5% bei Morgan Horses, 3.4% bei Quarter Horses, 11.7% bei Süddeutschen Kaltblütern, 18% bei Haflingern, 24.2% bei Belgischen Kaltblütern und 34.6 bei Percherons. Erst kürzlich wurden Norikerpferde auf das mutierte Gys-1 untersucht und ein Trägertieranteil von 34% detektiert. Zur klinischen Relevanz der Gys-1 Mutation gibt es mit Ausnahme dem Quarter Horse wenig Material zu Kaltblütern, insbesondere dem Noriker. In dieser Studie wurden die Auswirkungen der Gys-1 Mutation auf die Trainingsbelastung und Leistung von dreijährigen Norikern untersucht. Zwölf Norikerhengste (9 Wildtypen R/R, 3 mischerbige Hengste R/H) wurden im Pferdezentrum Stadl Paura unter dem Sattel und im Zugtraining untersucht. Die Trainingsbelastung wurde anhand von Speichelkortisol bestimmt. Die Leistungsintensität wurde mit Hilfe von Herzfrequenzaufzeichnungen erhoben. Die drei mischerbigen Hengste zeigten beim Reiten (HFmax 171±10 Schläge/Minute, Speichelkortisol 3.21±0.82 ng/ml) und im Schwerzugtraining (HFmax 169±20 Schläge/Minute, Speichelkortisol 1.23±0.62 ng/ml) statistisch nicht signifikant höhere maximale Herzfrequenzen und Speichelkortisolwerte, als die neun Wildtypen nach dem Reiten (HFmax 163±19 Schläge/Minute, Speichelkortisol 2.40±1.40 ng/ml) und Zugtraining (HFmax 160±32 Schläge/Minute, Speichelkortisol 1.02±0.35 ng/ml). Ferner wurden 15 Leistungsparameter aus Hengstleistungsprüfungen, von 188 Norikern mit bekanntem Genotyp, ausgewertet. Pferde vom Wildtyp R/R (N=120) und mischerbige Pferde R/H (N=61) waren signifikant leistungsfähiger, als reinerbig mutierte Pferde H/H (N=7). Die homozygot mutierten Erbträger hatten einen signifikant schlechter gerittenen Trab, als die Wildtypen und mischerbigenTiere. Es gibt Hinweise, dass Noriker mit H-Allel weniger belastbar und weniger leistungsfähig sind, als Pferde ohne H-Allel. Es wurde die Arbeitshypothese, dass Noriker mit H-Allel bei der Hengstleistungsprüfung besser abschneiden, nicht belegt.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Valach, A; Brem, G; Palme, R; Van den Hoven, R (2017): Are results obtained in the stallion performance tests of Norikers affected by the presence of the Glycogen Synthase 1 mutant H-allele. Wien Tierarztl Monat. 2017; 104(11-12): 323-329.

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