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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2018

AutorInnen: Gaussmann, Barbara

Titel: Umfassende pathologische Studie bei Masthühnern und Prävalenz ausgewählter Erreger bei Masthuhnherden mit niedriger Besatzdichte.

Titelvariante: Comprehensive study on pathologies in broilers and prevalence of selected microorganisms in broiler flocks kept with lower stocking density

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 50.


Betreut von:

Hess Michael

Begutachtet von:
Hennig-Pauka Isabel

Einrichtung:
Universitätsklinik für Geflügel und Fische, Klinische Abteilung für Geflügelmedizin


Abstract:
Zwischen November 2014 und März 2016 wurde der Gesundheitszustand von 2.717 Masthühnern (Ross 308) aus 145 Herden in 51 Betrieben in zwei verschiedenen Stadien der Aufzucht ("jung“: 7-14 Tage; “alt“: 28-35 Tage) ermittelt. Zur Identifizierung endemischer pathologischer Befunde wurden bei jeder Probenentnahme 7-10 moribunde/gekeulte Masthühner zur Sektion ausgewählt. Auf Basis eines neu entwickelten Scoring-Systems wurden pathologische Befunde verschiedener Organe/Organsysteme dokumentiert. Zudem wurden Organproben für Bakteriologie und Virologie entnommen sowie relevante Produktionsdaten gesammelt.Die durchschnittliche Herdengröße lag bei 14.019 Tieren. Die kumulative Mortalität (1.-28. Tag) betrug durchschnittlich 2,2 ± 1,1%, wobei die höchsten Verluste in der 1. Lebenswoche auftraten. In allen Herden wurden Kokzidiostatika eingesetzt. 14 von 145 Herden erhielten zusätzlich Antibiotika.Häufige pathologische Befunde bei "jungen" Masthühnern waren Dottersackinfektionen, die in der Regel gemeinsam mit fibrinöser Polyserositis auftraten. Betroffene Tiere hatten eine signifikant höhere Prävalenz von E. coli und/oder Streptococcus/Enterococcus spp. als Tiere ohne Läsionen.Von Aszites waren 8% der "jungen" Masthühner betroffen. Im Vergleich dazu wurde ein vermehrtes Aufkommen von Aszites (20%) bei "alten" Masthühnern beobachtet, meist in Verbindung mit Veränderungen des Herzens (Dilatation oder Hypertrophie) und der Leber (Schwellung und Stauungsleber). Die Hohe Prävalenz von Aszites korrelierte mit höheren Verlusten innerhalb der 3.-5. Lebenswoche und höheren Verwurfsraten aufgrund von Aszites bei der Schlachtung. Es wurde keine ätiologische Verbindung zwischen dem Auftreten von Aszites und dem Nachweis der untersuchten Erreger beobachtet. Eine positive Korrelation wurde zwischen der Prävalenz von Aszites innerhalb der Herden und der Höhenlage des Betriebes festgestellt.Zu beiden Untersuchungszeitpunkten wurden bei >50% der Tiere makroskopische Läsionen des Femurkopfes festgestellt. Während "junge" Masthühner vermehrt uni- oder bilateralen Knochenläsionen aufwiesen, dominierten bei "alten" Masthühnern Läsionen des Knorpels. Die bakteriologischen Untersuchungen zeigten die Prävalenz von E. coli, Staphyloccocus spp. und/oder Streptococcus/Enterococcus spp. im Knochenmark. Interessanterweise wurde E. coli häufiger bei Masthühnern mit Femurkopfläsionen detektiert im Vergleich zu Tieren ohne makroskopische Läsionen. Weiterführende Untersuchungen von 219 E. coli Isolaten aus dem femoralen Knochenmark von 66 Masthühnern zeigten eine Heterogenität in Phäno- und Genotyp. Die Ergebnisse der antimikrobiellen Resistenz Tests ergaben bei den einigen Tieren das Vorhandensein von Isolaten mit unterschiedlichen Resistenzprofilen, was von großer klinischer Relevanz ist. Es wurde kein Zusammenhang zwischen dem Femur score und einem speziellen Pheno- oder Genotyp identifiziert. Zudem, wurde statistisch keine Korrelation zwischen Femurkopfläsionen und anderen Bakterien im Knochenmark festgestellt.Campylobacter spp. wurde in 25, Salmonella spp. in 4 von 145 Herden gefunden. Die Prävalenz von FAdVs in untersuchten Herden lag bei "alten" Masthühnern um circa 40% höher als bei "jungen" Masthühnern. Es wurden unterschiedliche Genotypen, jedoch überwiegend apathogene FAdV-B gefunden. ARVs wurden häufiger bei "jungen" Herden nachgewiesen. Zwischen der Prävalenz von ARVs und pathologischen Veränderungen war keine Korrelation ersichtlich.Es wurden Zusammenhänge von Organveränderungen des zweiten Untersuchungszeitpunktes und den Verwurfsraten/Organveränderungen am Schlachthof festgestellt (z.B. Aszites). Zudem korrelierte eine höhere Mortalitätsrate der 3. und 4. Lebenswoche mit einer höheren Verwurfsrate bei der Schlachtung. Es zeigte sich ein Einfluss verschiedener Aspekte des Hygiene Managements auf die Mortalität und die Prävalenz von Pathogenen.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Gaußmann, B; Hess, C; Grafl, B; Kovacs, M; Troxler, S; Stessl, B; Hess, M; Paudel, S (2018): Escherichia coli isolates from femoral bone marrow of broilers exhibit diverse pheno- and genotypic characteristics that do not correlate with macroscopic lesions of bacterial chondronecrosis with osteomyelitis. Avian Pathol. 2018; 47(3):271-280

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