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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2018

AutorInnen: Radefeld, Karina

Titel: Endoskopisch geleitete intratubale Besamung beim Rind.

Titelvariante: Endoscopy-mediated intratubal insemination in the cow

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 41.


Betreut von:

Besenfelder Urban

Einrichtung:
Institut für Tierzucht und Genetik


Abstract:
Ziel dieser Dissertation war es, eine völlig neuartige Besamungsmethode beim Rind – dieendoskopisch geleitete intratubale Besamung - zu etablieren und diese anschließend einer ersten Praxisanwendung zu unterziehen. Mit dieser Methode kann der Samen unterUmgehung des weiblichen Reproduktionstraktes minimalinvasiv mit Hilfe einestransvaginalen endoskopischen Zugangs via Infundibulum direkt an den Ort der Befruchtung transferiert werden.Der erste Teil der Studie diente der Methodenentwicklung, wobei in 64 intratubalen Besamungen Samentyp (Frischsamen, Kryosamen, Kryosamen gesext), Samenpräparation,Samendosis und Besamungszeitpunkt variiert wurden. Im zweiten Teil der Studie wurdenacht intratubale Besamungen mit gesextem Samen an superstimulierten Kalbinnen durchgeführt. Zur Überprüfung des Besamungserfolgs wurden die Eileiter an Tag 2 postinseminationem ebenfalls mittels transvaginaler Endoskopie gespült und die Spülflüssigkeit auf Embryonen bzw. unbefruchtete Eizellen untersucht.Es konnte generell gezeigt werden, dass die endoskopisch geleitete intratubale Besamungunabhängig von der Spermienaufbereitung und der Samenmenge erfolgreich eingesetzt werden kann. Trotz der geringen Versuchsgruppengrößen ließ sich ein dosisabhängiger Effekt auf den Befruchtungserfolg erkennen. Zusätzlich konnte der Einfluss des Besamungszeitpunktes gezeigt werden. Hervorzuheben ist, dass mit Samenportionen, diebis zu einem Hundertstel der konventionell eingesetzten Spermienanzahl enthielten,erfolgreich Embryonen gewonnen werden konnten. Im zweiten Teil der Studie konnten dieBefruchtungsraten nach Besamung superstimulierter Kalbinnen mit gesextem Samen von 0auf 25-30 % gesteigert werden, indem der Besamungszeitpunkt näher an die erwarteten Ovulationen verlegt wurde. Hier gilt es in zukünftigen Untersuchungen herauszufinden,inwiefern der Abstand zu den ersten Ovulationen weiter verringerbar ist, um höhereBefruchtungsraten zu erzielen bzw. inwiefern die Überlebensfähigkeit der gesextenSpermien durch Supplemente und/oder Samenvorbehandlung im Eileiter erhöht werden kann. Zusammenfassend konnte gezeigt werden, dass diese neuartige Besamungsmethode erfolgreich eingesetzt werden kann und mit ihr erstmalig und wiederholt Eizellen in vivo beieinem Einsatz von nur etwa 0,1 Millionen Samenzellen befruchtet werden konnten. Soergeben sich potentielle praktische Anwendungen in der Rinderzucht überall da, wo nurkleine Samenmengen zur Verfügung stehen - beispielsweise beim Einsatz von gesextem Samen oder der Zucht mit genetisch wertvollen Stieren mit herabgesetzter Samenqualitätund/oder –quantität. Zudem bietet die intratubale Besamung einen neuen Zugang fürzukünftige wissenschaftliche Untersuchungen zu kommunikativen Prozessen zwischen Eileiterepithel und Spermatozoen sowie vielfältigsten Fragestellungen rund um Gameten, Befruchtung und frühe Embryonalentwicklung.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Radefeld, K; Papp, S; Havlicek, V; Morrell, JM; Brem, G; Besenfelder, U (2018): Endoscopy-mediated intratubal insemination in the cow - Development of a novel minimally invasive AI technique. Theriogenology. 2018; 115:117-123

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