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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2005

AutorInnen: Schiefer, P

Titel: Prävalenz Pestivirus-spezifischer Antikörper in Seren von Schafen und Ziegen aus Tirol (Österreich).

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 83.

Betreut von:

Krametter-Frötscher Reinhild


Zugehörige(s) Projekt(e): Die epidemiologische Bedeutung von Schaf, Ziege und Wildwiederkäuer im Infektionsgeschehen mit Pestiviren


Abstract:
Ruminante Pestiviren sind in der Wiederkäuerpopulation weltweit verbreitet und können insbesondere in Regionen mit intensiver Tierhaltung bedeutende wirtschaftliche Verluste verursachen. Im Rahmen dieser Studie wurden im gesamten Bundesland Tirol 2058 Schafblutproben aus 150 verschiedenen Herden und 127 Ziegenblutproben aus 12 Herden aus dem Großraum um Innsbruck gezogen. Die Untersuchung auf Pestivirusantikörper mittels indirektem ELISA ergab bei den Schafen eine Seroprävalenz von 34,9 % und eine Prävalenz positiver Herden von 89,3 %. Bei den caprinen Proben konnte eine Antikörperprävalenz von 8,7 % auf Einzeltierbasis und 33,3 % auf Herdenbasis festgestellt werden. In Abhängigkeit von der Region wurden große Unterschiede der Antikörperprävalenz sowohl auf Einzeltierbasis als auch auf Herdenbasis festgestellt. Einen deutlichen Unterschied ergab auch der Vergleich der gealpten mit den nicht gealpten Schafen und Ziegen, die im Alpungsvergleich zur Gruppe der kleinen Wiederkäuer zusammengefasst wurden. So konnte bei den gealpten kleinen Wiederkäuern eine statistisch signifikant (p<0,05) höhere Prävalenz positiver Herden von 91,4 % und seropositiver Tiere von 35,6 % gegenüber 45,5 % bzw. 18,4 % der nichtgealpten kleinen Wiederkäuer festgestellt werden. Alle im ELISA positiven Serumproben wurden mittels Serumneutralisationstests auf BVDV-1, BVDV-2 und BDV untersucht. Bei 443 Pestivirusantikörper-positiven Schafseren konnte eruiert werden, gegen welchen der Stämme der höchste Titer vorlag; 413 der Proben wiesen den höchsten Titer gegen die Spezies BVDV-1 auf (211 von ihnen mit mindestens 2 Titerstufen Unterschied), 24 gegen die Spezies BDV (eine davon mit 2 Titerstufen Unterschied) und 6 gegen die Spezies BVDV-2 (eine davon mit 2 Titerstufen Unterschied). Sieben der 11 antikörperpositiven caprinen Proben wiesen mit zwei Titerstufen Unterschied den höchsten Titer gegen BVDV-1 auf. In dieser Studie konnten gebietsweise sehr hohe Pestivirusdurchseuchungsraten festgestellt werden. Diese könnten bei fortschreitendem Sanierungserfolg in der Rinderpopulation und weiterhin durchgeführter gemeinsamer Alpung die Sanierungsbemühungen behindern.

Schlagworte:
Petivirus / AK-ELISA / SNT / Kleiner Wiederkäuer


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