Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2007

AutorInnen: Mück, S

Titel: Einsatz von Enterococcus faecium DSM 7134 beim adulten Hund.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 98.


Betreut von:

Zentek Jürgen


Abstract:
Der Einsatz von Enterococcus faecium als Futterzusatzstoff ist in der Ernährung von Nutztieren weit verbreitet. Im Kleintierbereich stehen im Gegensatz zum Nutztier keine leistungssteigernden sondern vielmehr gesundheitsfördernde Effekte wie eine positive Beeinflussung der Darmflora und des Immunsystems im Vordergrund. Diese Studie wurde durchgeführt, um den Einfluss von Enterococcus faecium DSM 7134 auf verschiedene verdauungsphysiologische, mikrobiologische sowie immunologische Parameter erwachsener Hunde zu untersuchen. Für den Versuch standen zehn Hunde der Rasse Beagle zur Verfügung. Die Studie war in fünf aufeinanderfolgende Phasen gegliedert, wobei, beginnend mit der ersten Kontrollphase, sich die Kontroll- und Probiotikaphasen abwechselten. Während dieser fünf Versuchsphasen erhielten die Tiere ein Trockenalleinfutter in einer auf ihren Futterbedarf angepassten Menge. Die Probiotikazubereitung wurde in den Probiotikaphasen als "top-dressing" dem Trockenalleinfutter zugegeben. In der Probiotikaphase A wurden 9,7x105 KBE/g Futter, in der Probiotikaphase B 4,7x107 KBE/g Futter verabreicht. Neben den allgemein klinischen Parametern zur Beurteilung des Gesundheitszustands der Tiere (Differentialblutbild und hämatologische Blutuntersuchung, Körperkondition) wurden verdauungsphysiologische Parameter (Fäzeskonsistenz, Defäkationsfrequenz, scheinbare Verdaulichkeit der Rohnährstoffe, Trockensubstanz und Anteil an frei abzentrifugierbarem Wasser der Fäzes, pH-Wert, Laktat- und Ammoniakkonzentration der Fäzes) untersucht. Zur Bestimmung der bakteriellen Zusammensetzung der Darmflora (Enterococcus spp., Clostridium perfringens, E. coli) dienten kulturelle bzw. molekularbiologische (RAPD-PCR) Untersuchungsverfahren. Zur Beurteilung der immunmodulatorischen Effekte des eingesetzten Enterococcus faecium DSM 7134 wurde die Konzentration der Immunglobuline und der Akute-Phase-Proteine im Serum sowie die Konzentration von Immunglobulin A in den Fäzes mittels eines ELISA-Verfahrens bestimmt. Als weitere immunmodulierende Parameter dienten die Proliferationsaktivität der Lymphozyten sowie die Bestimmung der prozentualen und absoluten Zusammensetzung der Lymphozytenpopulation (durchflusszytometrische Bestimmung). Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass die Supplementierung von Enterococcus faecium DSM 7134 die bakterielle Zusammensetzung der Darmflora verändert und das Immunsystem beeinflusst. Die kulturelle Keimzahlbestimmung ergab eine Zunahme der Konzentration der Enterococcus spp. während der Zufütterung. Der zugefütterte Stamm konnte mittels der hier verwendeten RAPD-PCR in den Fäzes nicht nachgewiesen werden. Allerdings bewirkte die Zufütterung eine Veränderung der Enterokokkenzusammensetzung. Die Keimzahl von Clostridium perfringens zeigte über die gesamte Versuchsdauer einen sukzessiven Abfall. Der Einfluss der Zufütterung auf die Konzentration der E. coli scheint unklar und bedarf weitergehender Untersuchungen. Während der Phase Probiotika B stieg der prozentuale Anteil der CD21+- Lymphozyten an. Die Lymphozyten zeigten eine erhöhte Proliferationsaktivität. Einflüsse auf die Immunglobuline im Serum und in den Fäzes sowie auf die Akute-Phase-Proteine im Serum konnten nicht festgestellt werden. Effekte auf die verdauungsphysiologischen Vorgänge lagen ebenfalls nicht vor. Der Stamm Enterococcus faecium DSM 7134 verändert die bakterielle Zusammensetzung der Darmflora, erhöht die Konzentration der Enterococcus spp. in den Fäzes und verändert deren Zusammensetzung. Des Weiteren scheint der Probiotikastamm die zelluläre Immunantwort zu beeinflussen. Ob diese immunmodulierenden Eigenschaften zu einer erhöhten Abwehrleistung und zu einer Steigerung der Gesundheit führen, ist aus dieser Studie nicht ersichtlich. Weiterführende Untersuchungen an gestressten, erkrankten oder an immunsuppremierten Hunden sind nötig, um diese Fragen zu beantworten.

Schlagworte:
Probiotika / Hund / Darmflora / Immunsystem / RAPD-PCR


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads