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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2007

AutorInnen: Trupp, L

Titel: Erhebung zum Einsatz einer "Totalen Mischration" in Österreichischen Milchviehbetrieben.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 163.


Betreut von:

Baumgartner Walter
Zentek Jürgen


Abstract:
Ziel dieser Studie war es, die Fütterungssituation österreichischer Milchviehbetriebe in Hinblick auf eine Totale Mischration zu erfassen. Dazu wurde das Fütterungsmanagement in Laktation und Trockenstehzeit auf 15 Fleckvieh- und 15 Holstein Friesian-Betrieben evaluiert. Weiters wurden Parameter, die zur Kontrolle des Fütterungmanagements dienen, auf ihre Durchführbarkeit in der Praxis und ihre Aussagekraft überprüft. Die Untersuchung der TMR mit dem Schüttelkasten zeigte, dass im Vergleich mit amerikanischen Richtwerten die Rationen "überstrukturiert" erscheinen. Im Durchschnitt ergab der Schüttelvorgang 33,9 % grobe, 23,4 % mittlere und 42,7 % feine Partikel in der TMR. Selektives Fressverhalten wurde dadurch begünstigt. Nach dem Schütteln der Rest-TMR vom Futtertisch erhöhte sich der Anteil im oberen Sieb bei 31 von den 36 untersuchten Mischrationen mehr als 10 %. Aufgrund der vorrangigen Erntetechnik von Gras als Langschnittsilage ist eine Beurteilung der Partikelverteilung mit dem Schüttelkasten nicht zielführend. Die Trockenmassebestimmung in der Mikrowelle war einfach durchführbar. Die Ergebnisse sind mit den Untersuchungen im Labor vergleichbar (R2=0,61). Die Beurteilung der Pansenfüllung zeigte, dass bei den FV-Kühen 68 % und bei den HF-Kühen 76 % der Laktierenden die Optimalnote 3 aufwiesen. Der Pansenfüllungsgrad der Trockensteher war bei 61 % der FV- und 77 % der HF-Tiere zu niedrig. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Kotkonsistenz bei laktierenden und trockenstehenden Kühen sehr gut zu bewerten war. Der Anteil an unverdauten Rückständen im Kot war bei allen Betrieben sehr hoch. Die Auswertung der Körperkondition mittels BCS-Schema zeigte, dass insgesamt 14 % der zweiphasigen und 18 % der einphasig gefütterten laktierenden Kühe überkonditioniert waren. Bei den Trockenstehern waren 24 % zweiphasig und 36 % einphasig gefütterte Tiere zu fett. Eine Auswertung der unterkonditionierten Kühe ergibt, dass bei den zweiphasigen 14 % in der Laktation und 14 % in der Trockenstehphase zu mager erscheinen. Demgegenüber stehen 9 und 14 % bei einphasiger Fütterung. Eine nach Rassen getrennte Auswertung ergibt, dass beim FV insgesamt 24 % sowie bei den HF-Kühen 15 % einen BCS über der oberen Normgrenze aufweisen. Als unterkonditioniert wurden beim FV 15 % aller Tiere eingestuft, während bei HF- Kühen nur 5 % unter der Toleranzgrenze liegen. In 17 Betrieben würde nach Auswertung des FEQ mehr als 30 % der Kühe in den Risikobereich einer Azidose fallen. In unserer Studie zeigte sich, dass bei sinkendem GF:KF-Verhältnis in der Ration der Anteil an Tieren mit einem FEQ unter 1,1 anstieg. Weiters wiesen diese Betriebe ein XF-Mangel oder ein starkes Selektionsvermögen der Tiere von KF-Partikeln auf. Hingegen ergab die betriebsspezifische Auswertung des FEQ, dass in 22 Betrieben nicht mehr als 10 % der Tiere im ketotischen Bereich (FEQ über 1,5) lagen. Wie auch die Ergebnisse der BCS-Auswertung zeigten, konnte kein signifikanter Unterschied zwischen ein- und mehrphasig gefütterten Kühen festgestellt werden. Abschließend kann gesagt werden, dass die TMR auch unter österreichischen Verhältnissen mit Erfolg eingesetzt werden kann. Die Unterteilung der laktierenden Kühe in zwei Leistungsgruppen ergab keine wesentlichen Vorteile dieses Systems.

Schlagworte:
Totale Mischration (TMR) / Fütterungsmanagement / Schüttelkasten / BCS / Mikrowelle / Pansenfüllung / Kotbeurteilung / Rationsberechnung / Fett/Eiweiß-Quotient (FEQ) / Leistungsgruppen


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