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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2007

AutorInnen: Reinprecht, B

Titel: Metabolische und klinische Veränderungen bei präoperativ gefasteten Pferden.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 45.

Betreut von:

Stanek Christian
Zentek Jürgen


Abstract:
Das Ziel dieser Studie war es, die metabolischen und klinischen Effekte eines präoperativen Futterentzugs vor orthopädischen Operationen an Pferden zu untersuchen. Die Auswirkungen einer perioperativen Fastenperiode wurden an 20 Pferden untersucht, die einer geplanten orthopädischen Operation unterzogen wurden. Die Patienten wurden 12 h vor- bis 4 h nach der Operation gefastet. Blutbild, freie Aminosäuren, Glucose, freie Fettsäuren (FFA), Creatinkinase (CK) und Aspartataminotransferase (AST) wurden 24 h vor der Operation, 2 h nach dem Ende der Narkose und 24 sowie 72 h postoperativ beurteilt. Außerdem wurden auskultatorisch die Magen-Darm-Tätigkeit, der Appetit, die Beschaffenheit des Kotes und die innere Körpertemperatur beurteilt. Die freien Aminosäuren reagierten nicht einheitlich. Während Asparagin, Asparaginsäure, Glutaminsäure, Glycin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Ornithin, Serin, Threonin, Thyrosin und Valin entweder keine Änderung zeigten oder 24 h postoperativ wieder ihren präoperativen Wert erreichten, zeigten Arginin, Citrullin, Glutamin, Histidin und Methionin einen signifikanten Abfall. Im Gegensatz dazu waren die Werte von Methylhistidin, Phenylalanin, Taurin und Tryptophan zu diesem Messzeitpunkt signifikant erhöht. Plasma Glucose und FFA stiegen nach der Operation und kehrten 72 h nach der Operation wieder zu ihren präoperativen Werten zurück. Ein signifikanter Anstieg der segmentierten Granulozyten konnte 24 h postoperativ beobachtet werden, während die restlichen Parameter des weißen Blutbilds den physiologischen Bereich nicht überschnitten. AST erreichte ihre höchste Aktivität 24 h postoperativ, während die CK-Aktivität 2 h postoperativ am höchsten war. Die Magen-Darm-Geräusche waren bis 24 h postoperativ signifikant reduziert, der Appetit war jedoch nicht beeinträchtigt, und es kam zu keinen postoperativen Koliken. Der Kot wies postoperativ physiologische Qualität auf, der Mittelwert der inneren Körpertemperatur bewegte sich im physiologischen Bereich. Schlussfolgernd ergibt sich, dass selbst leichtere chirurgische Eingriffe in Verbindung mit einer relativ kurzen perioperativen Fastendauer signifikante metabolische Veränderungen bei Pferden bewirken können. Die Auswirkungen auf physiologische Funktionen waren unbedeutend. Die Effekte von schwerwiegenderen Operationen sollten in weiteren Studien untersucht werden.

Schlagworte:
präoperatives Fasten / Anästhesie / Glukose / freie Fettsäure / Kreatinkinase / Aspartat-Aminotransferase / Aminosäure


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