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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2008

AutorInnen: Stockhammer, S

Titel: Antioxidant activity of phytogenous industrial waste and derived extracts for the production of feed and food additives.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 70.


Autor/innen der Vetmeduni Vienna:

Stockhammer Sylvia

Betreut von:
Zitterl-Eglseer Karin


Abstract:
Organischer Abfall (bestehend aus Kräutern, Früchten und Gemüse) aus der pharmazeutischen bzw. der Nahrungsmittelindustrie, wurde im Rahmen des EU-Projektes "Safewastes", nach verschiedenen industriellen Vorbehandlungen, hinsichtlich der im Material verbleibenden aktiven Inhaltsstoffe (antioxidative Aktivität) untersucht. Die unterschiedlichen Traubenkern-Materialien (grape I, II, F) zeigten eine außergewöhnlich hohe Aktivität. Grape seed I Rohmaterial zeigte in den ersten 3 Tests (DPPH, FeIII-Reduktion, TPC) zwischen 470-830mg Rosmarinsäure- bzw. Kaffeesäure-Äquivalente/g getrocknetes Material (mg rae bzw. cae/g dm). Grape seed II Rohmaterial hatte zwischen 100-500mg und grape seed F Rohmaterial 70-300mg rae bzw. cae/g dm. Die anderen Rohmaterialien zeigten so gut wie keine Aktivität (Mango, als aktivster Vertreter dieser Gruppe erreichte 50mg rae bzw. cae/g dm. Die besten ethanolischen Extrakte lagen in einem Bereich von 100-550mg rae bzw. cae/g dm (Grape seed I 350-540mg, Heidelbeere 40-470mg, Lärche 210-390mg, Weide 120-190mg, Sonnenblume 150mg, Olive 70-150mg, Mango 60-140mg, Thymian 100-130mg). Weiters rangieren die Wasser-Extrakte in einer Größenordnung von bis zu 510mg rae bzw. cae/g dm (Traubenkerne I 150-510mg, Serenoa CO2 -100mg, Sonnenblume 75-100mg, Echinacea 70-90mg, Weide 60-90mg). Die ethanolischen Extrakte zeigten vergleichsweise mehr Aktivität als die Wasserextrakte. Die Heptan-Extrakte und die fermentierten Extrakte hatten keine antioxidative Kapazität. Die Resultate der angewandten Methoden (DPPH, FeIII-Reduktion, Total Phenolbestimmung) können mit den Ergebnissen eines originalen Thymians (ohne vorherige industrielle Extraktionen) verglichen werden (Thymus vulgaris L., folium), der eine durchschnittliche antioxidative Aktivität von 60-90 mg Rosmarinsäure-Äquivalente/g getrocknetes Material (mg rae/g dm) hat (CHIZZOLA et al., 2008). Die Ergebnisse der Photochemilumineszenz zeigten andere Resultate, als die anderen Methoden, weil Superoxid-Radikale bestimmt wurden (im Gegensatz zur DPPH und FeIII-Reduktion, wo organische Radikale bestimmt wurden). Als am stärksten wirksam erwies sich der ethanolische Sonnenblumenextrakt, während sich der Lärchen-Ethanolextrakt, der Oliven-Ethanolextrakt und der Sonnenblumen-Wasserextrakt im mittleren Bereich aufhielten. Bei der Korrelation der verschiedenen Testmethoden zeigte sich die stärkste Korrelation zwischen FeIII-Reduktion und TPC (Korrelationskoeffizient r2 =0,83) und die schwächste zwischen FeIII-Reduktion und PCL (r2 = 0,16) bei den Rohmaterialien. Diese Ergebnisse machen deutlich, dass auch vor-extrahierte Materialien noch außergewöhnlich hohe antioxidative Kapazität aufweisen können. Sei es im Rohmaterial, wie bei den Traubenkernen, oder nach einer weiteren Anreicherung in ethanolischen Extrakten. Die Untersuchungen zeigten, dass eine weitere wirtschaftliche Nutzung dieser Abfall-Produkte durchaus möglich und sinnvoll ist, wobei man die einzelnen Stoffe auch einer Risikoabschätzung unterziehen muss, wo die Gefahr von toxischen Substanzen im Ausgangsmaterial und Lösungsmittel-Rückstände eruiert werden.

Schlagworte:
Antioxidative Aktivität / Reststoffe / Futterzusatzstoffe / Früchte /Gemüse / Phenole


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