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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2011

AutorInnen: Hausegger, Bettina

Titel: Phytochemische Untersuchung und Nährstoffzusammensetzung von Kaffeeröstabfällen.

Titelvariante: Phytochemically examination and nutrient composition of coffee roasting waste

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 39.


Betreut von:

Franz Chlodwig
Hahn-Ramssl Isabella

Begutachtet von:
Zitterl-Eglseer Karin

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 22.12.11


Abstract:
Um herauszufinden, ob die bei der Kaffeeröstung anfallenden Abfälle an Silberhaut und Hüllen des Endosperms als Zusatzstoff oder Diätfuttermittel Einsatz finden könnten, wurden Proben von vier unterschiedlichen österreichischen Röstereien (Firma Eduscho/Tchibo, Firma Segafredo, Firma Meinl und Kaffeerösterei Alt Wien) phytochemisch, auf ihre antioxidative Aktivität und mittels Nährstoffanalyse auf ihre Zusammensetzung untersucht. In allen vier Proben konnte das Methylxanthin Coffein, das als Adenosinantagonist und Phosphodiesterasehemmer in verschiedenen Körperzellen adaptogene Wirkung, vergleichbar mit der von beta-Sympathomimetika, besitzt, als Inhaltsstoff nachgewiesen werden. Quellungszahlen von 5,5-24,5 ml/g deuten auf einen hohen Ballaststoffgehalt hin und sind vergleichbar mit jenen von zum Beispiel Psyllii semen (10 ml/g) oder Plantaginis ovatae semen (9 ml/g). Mittels Folin-Ciocalteu-Reagenz wurde der Gesamtphenolgehalt bestimmt und KaffeesäureÄquivalent- Werte von 10,3 mg/g bei der Probe der Firma Segafredo bis 18,8 mg/g bei Eduscho/Tchibo ermittelt. Eine Ansäuerung erzielte eine Erhöhung des KaffeesäureÄquivalent um 1,2 % bei der Probe Eduscho/Tchibo, 1,4 % bei Probe Segafredo, und 1,3 % bei Probe Alt Wien sowie Probe Meinl. Durch Ansäuerung der aus den vier Proben hergestellten Extrakte konnte die mittels TroloxÄquivalent nachweisbare antioxidative Aktivität mittels der DPPH-Methode von 8,9 mg/g (Segafredo), 12,2 mg/g (Alt Wien), 16,5 mg/g (Meinl) und 24,1 mg/g (Eduscho/Tchibo) ebenfalls um bis zu 4,9 % (Segafredo) erhöht werden, während hingegen bei der Fe3+- Reduktionsmethode durch die pH-Wert-Senkung keine Steigerung erkennbar war. Bei der Weenderanalyse konnte beim Rohfasergehalt der Probe Alt Wien ein um 1,3-1,6 % höherer Wert im Vergleich zu den anderen drei Proben festgestellt werden. Obwohl die Probe der Firma Meinl um 1,7-2,4 % höhere Rohfettwerte aufweist, zeigte hingegen die Probe Eduscho/Tchibo bei der Calorimetrie mit 19058 J/g den höchsten Wert. Bei den Mengenelementen konnten vor allem bei den Kalium-Werten große Varianzen von 30 g/kg in uS bei der Probe Eduscho/Tchibo und 14 g/kg in uS bei der Probe Alt Wien gemessen werden. Diese beiden Proben zeigten bei der Testung der Spurenelemente mit 2,3-2,7 g/kg in uS um 4,1-5 % höhere Eisenwerte als die Proben von Meinl und um 5,2-6,4 % höhere Eisengehalte als die Segafredo-Kaffeeröstrückstände. Als Ergänzung für die Tierernährung z. B. bei adipösen Tieren würde sich dieses kostenlose Abfallprodukt der Kaffeeröstung durch das Zusammenspiel der verschiedenen enthaltenen Substanzen gut eignen.


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