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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2012

AutorInnen: Zekic, Milos

Titel: Aminosäurenbedarf und Aminosäurenverfügbarkeit beim Hund – eine Literaturstudie.

Titelvariante: Amino acid requirements and amino acids availability in dog - a literature study

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 52.


Betreut von:

Iben Christine

Begutachtet von:
Strasser Alois

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 03.01.12


Abstract:
Das Ziel der Studie war es, den Stand des Wissens über den Aminosäurenbedarf und die Aminosäurenverfügbarkeit beim Hund mit Hilfe einer Literaturübersicht zu ermitteln. In dieser Arbeit wurden Daten aus 32 wissenschaftlichen Studien über die Aminosäurenverfügbarkeit, den Proteinbedarf und den Aminosäurenbedarf beim Hund zusammengefasst und mit den Empfehlungen von NRC, AAFCO und FEDIAF verglichen. Für den Hund essentielle Aminosäuren sind: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin. Arginin und Histidin können nur in ungenügendem Ausmaß synthetisiert werden und werden als semiessentiell bezeichnet. Zur Bestimmung der Aminosäurenverfügbarkeit in den Futtermitteln wurden verschiedene Methoden entwickelt. Es gibt kein ausschließliches Verfahren, das als einziges eine gesicherte Aussage erlaubt. Für eine exakte Abschätzung der Proteinqualität muss die Verdaulichkeit der einzelnen Aminosäuren im Futter berücksichtig werden. Die wahre ileale Verdaulichkeit für einige Aminosäuren wie Arginin variiert von 77 % bis 87 %, bei Cystein von 29 % bis 69 %, bei Threonin von 52% bis 78 % und bei Lysin von 62 % bis 84 %. Zu erwähnen ist die niedrige Cystinverdaulichkeit von 29 % von verarbeitetem Lammfleisch. Die Verdaulichkeit von Methionin ist dagegen relativ hoch, sie liegt zwischen 83 % und 93 %. Die Bioverfügbarkeit der D-Aminosäuren bei Säugetieren ist ganz niedrig und die meisten D-Aminosäuren sind für Säugetiere überhaupt nicht bioverfügbar. Die Bioverfügbarkeit des D-Tryptophans beträgt bei Hunden 36 %. D-Methionin ist für alle Tiere außer Primaten ebenso gut verfügbar wie sein L-Isomer. Im Vergleich der Empfehlungen von NRC, AAFCO und FEDIAF zum Eiweiß- und Aminosäurengehalt in Alleinfuttermitteln hat sich herausgestellt, dass das NRC niedrigere Mengen an Protein und Aminosäuren als FEDIAF oder AAFCO empfiehlt. Im Vergleich zu den Ergebnissen aus den gesichteten wissenschaftlichen Studien ist der empfohlene Mindestbedarf des NRC zur Deckung des Protein- und Aminosäurenbedarfs ausreichend. Eine Supplementierung mit freiem Tyrosin kann bei schwarzen Hunden als Prävention gegen das „Red hair syndrome“ verwendet werden. Durch eine Taurin-Supplementierung (1000 – 3000 mg täglich) können die Herzfunktion und die Konzentration des Taurins im Plasma erhöht werden. Die durchschnittliche Taurinkonzentration im Plasma von 13±5 nmol/ml bei Hunden kann auch durch die Supplementierung von 3 g Methionin/1000 kcal täglich nach 30 Tage auf 41±22 nmol/ml erhöht werden. Obwohl es Empfehlungen zum Proteinbedarf für Hundefutter von NRC, AAFCO und FEDIAF gibt, sind nur wenige Informationen in der Literatur über die Aminosäurenbioverfügbarkeit und den Aminosäurenbedarf insbesondere von erwachsenen Hunden vorhanden. Es sind jedenfalls noch weitere Studien zur Abklärung der Aminosäurenverfügbarkeit und des Aminosäurenbedarfs notwendig, um möglichst bedarfsgerechte Formulierungen von Rationen zu erreichen.


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