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Gewählte Publikation:

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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2011

AutorInnen: Kessner, Johanna

Titel: Dietary approach to optimize fasting period before laparoscopic surgery in horses.

Titelvariante: Fütterung zur Optimierung der Fastenzeit vor laparoskopischen Eingriffen beim Pferd

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 62.


Betreut von:

Zebeli Qendrim

Begutachtet von:
Van Den Hoven Rene

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 16.01.2012


Abstract:
Um die Risiken eines mit Gas gefüllten Pferdedarms während eines laparoskopischen Eingriffs zu vermeiden, werden die Pferde einer langen Fastenzeit vor der Operation ausgesetzt. Dies steht allerdings im Widerspruch zu der Erkenntnis, dass lange Fastenzeiten prädisponierend für schwerwiegende Erkrankungen, wie zum Beispiel Typhlocolitis, sind. Um die Fastenzeit zu optimieren ist es wichtig sich bewusst zu machen, dass diese von mehren Faktoren abhängig ist. Die Passagezeit der Ingesta durch den Verdauungstrakt des Pferdes ist in jedem anatomischen Segment unterschiedlich, wobei der Hauptteil der Gesamtpassagezeit sich auf den Dickdarm beschränkt. Neben dem anatomischen Segment ist auch die Art des Futtermittels entscheidend. Die Literaturstudie zeigt deutlich, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Getreidesorten gibt und dass die Art der Aufbereitung auch keine signifikanten Änderungen der Passagezeit mit sich bringt. Die Aufbereitungsart verändert jedoch die präzäkale Verdaulichkeit der Getreidesorten. Bei einem Vergleich der verschiedenen Getreidesorten untereinander stellte sich heraus, dass Hafer das Getreide mit der höchsten präzäkalen Verdaulichkeit ist. Vergleicht man nun aber die Passagezeit von Getreide mit der von Heu, kann man feststellen, dass die von Heu, mit 26 Stunden, signifikant kürzer ist. Während der Fermentation von Futtermitteln im Gastro–Intestinaltrakt des Pferdes, entstehen neben den, für die Energieaufnahme des Pferdes unverzichtbaren, freien flüchtigen Fettsäuren (FFS) auch große Mengen an Fermentationsgasen. Der Rückschluss liegt nahe, dass ein Futtermittel, das möglichst geringe Mengen an FFSs produziert, auch eine geringe Menge an Fermentationsgasen freisetzt. Interessanterweise gibt es diesbezüglich fast keine Unterschiede zwischen den einzelnen Raufuttermitteln. Vergleicht man jedoch die Werte von Raufutter mit denen des Kraftfutters, stellt sich heraus, dass durch Kraftfutter deutlich mehr FFSs produziert werden und dass dies für jeden Abschnitt des Pferdedarms zutrifft. Als wichtiges Futterzusatzmittel, das die Gasproduktion senken kann, ist Öl zu nennen. In einer Studie konnte, unter Einfluss von Öl, eine verminderte Gasproduktion um 20% bei der Fermentation von Zellulose nachgewiesen werden. Die Probenentnahme fand jedoch statt, nachdem die Pferde 53 Tage Zeit hatten sich an das Futter zu gewöhnen, sodass über einen ähnlichen Effekt bei kurzzeitigem Zusatz von Öl keine Aussage gemacht werden kann. Die Zugabe von Paraffinöl scheint in jedem Fall sinnvoll zu sein, da es sich hier bei um ein ungiftiges Abführmittel, mit milden Effekten auf den Darm, handelt. Um die Fütterung vor laparoskopischen Eingriffen zu optimieren, scheint es sinnvoll zu sein, lang-gehäckseltes Heu, in mehreren kleinen Portionen zu füttern, da dies die schnellsten Passagezeit und die niedrigsten Produktion von FFS gewährleistet. Über einen positiven Effekt durch die Zugabe von Öl kann nur spekuliert werden. Trotzdem muss man Fastenzeiten von 26 Stunden, die der Passagezeit von Heu entsprechen, einhalten. Fastenperioden, die über diesen Zeitraum hinausgehen, erscheinen jedoch unnötig


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