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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2011

AutorInnen: Busen, Simone

Titel: Beobachtungen zur Caecotrophie bzw. Koprophagie bei Meerschweinchen, Ratte und Gerbil.

Titelvariante: Observations on caecotrophy or coprophagy in guinea pigs, rats and gerbils

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 30.


Betreut von:

Iben Christine

Begutachtet von:
Bubna-Littitz Hermann

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 13.07.11


Abstract:
Im Rahmen dieser Arbeit wurde das Verhalten von Meerschweinchen, Ratten und Gerbils bezüglich Koprophagie untersucht. Ziel war es, zu erforschen ob diese Tiere speziellen Blinddarmkot bilden und ihn auch wieder aufnehmen oder ob sie Koprophagie betreiben und somit ihren normalen Kot fressen. Hierzu wurden jeweils zwei Tiere jeder Art mit und ohne Halskragen in einstreulosen Käfigen in einem Zeitraum von insgesamt 14 - 21 Tagen beobachtet, um festzustellen ob sie Kot direkt vom Anus oder vom Käfigboden aufnehmen. Der gesammelte Kot wurde im Labor auf Trockensubstanz, Rohasche und Rohprotein untersucht, um Unterschiede der Kotarten aufzuzeigen. Lediglich beim Meerschweinchen konnten Bewegungen beobachtet werden, die darauf schließen lassen, dass die Tiere in Ruhephasen Kot direkt vom Anus aufnehmen, ihn anschließend zerkauen und herunterschlucken. Zusätzlich wurde beobachtet, dass die Meerschweinchen zwischen frischem Kot vom Käfigboden und dem direkt vom Anus aufgesammelten Kot unterscheiden konnten, wenn die direkte Aufnahme verhindert wurde und beide Kotkügelchen nebeneinander angeboten wurden. Ausgehend von den Laborergebnissen ist allerdings kein signifikanter Unterschied zwischen dem normalen Kot vom Käfigboden und dem vom Anus der Tiere gewonnenen Kot ersichtlich. Folglich handelt es sich bei den Meerschweinchen offensichtlich nicht um die Bildung zweier verschiedener Arten von Kot, sondern lediglich um Koprophagie und nicht um Caecotrophie. Die Ratten haben während der gesamten Zeit der Untersuchungen kein Interesse an ihrem Kot gezeigt. Dies lässt somit weder auf Koprophagie, noch auf Caecotrophie schließen. Einer der beiden Gerbils nahm ein einziges Mal in der Beobachtungszeit seinen im Käfig abgesetzten Kot erneut wieder auf. Rein optisch war kein Unterschied zwischen diesem Kotkügelchen und den anderen ersichtlich. Hier ist davon auszugehen, dass Koprophagie sehr selten betrieben wird.


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