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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2012

AutorInnen: Weichselberger, Ruth

Titel: Effekte von Anisi Fructus, Cari Fructus, Coriandri Fructus und Foeniculi Amari Fructus (Pimpinella anisum L., Carum carvi L., Coriandrum sativum L. und Foeniculum vulgare MILL. var. vulgare) als Futterzusatz im Darm von Broilern.

Titelvariante: Effects of Anisi Fructus, Cari Fructus, Coriandri Fructus and Foeniculi Amari Fructus (Pimpinella anisum L., Carum carvi L., Coriandrum sativum L. and Foeniculum vulgare MILL. var. vulgare) as a Feed Ingredient in the Gut of Broilers

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 173.


Betreut von:

Chizzola Remigius

Begutachtet von:
Zentek Jürgen

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 22.01.13


Abstract:
Die Apiaceaefrüchte Anis, Kümmel, Koriander und Bitterfenchel (Pimpinella anisum L., Carum carvi L., Coriandrum sativum L. und Foeniculum vulgare MILL. var. vulgare) wurden als gemahlene Pulverdrogen als Futterzusatz bei der Mast von Broilern eingesetzt und die dosisabhängigen Leistungsdaten sowie mikrobielle Parameter des Darmtrakts evaluiert. Jeder der vier Zusätze wurde in den Konzentrationen 0,4 % und 0,8 % einzeln dem Mastfutter beigemischt und die Futtermittel über die gesamte Mastdauer von 35 Tagen ad-libitum verabreicht. Die Kontrollgruppe erhielt keinen pflanzlichen Zusatz. 90 männliche Eintagsküken der Herkunft Cobb wurden dafür in neun Gruppen (n=10) randomisiert verteilt und Leistungsparameter (Lebendmassen, Futterverbrauch, Futterverwertung) wurden wöchentlich während der Mastdauer erhoben. Es zeigte sich, dass die Zufütterung von Koriander beider Konzentrationen eine höhere Lebendmasse der Tiere ab der dritten Lebenswoche im Vergleich zur Kontrollgruppe bedingte. Die Tiere der Gruppen Koriander 0,4 % und 0,8 % zeigten auch einen günstigeren Futteraufwand (1,77) als die Tiere aller anderen Gruppen (1,82-1,99). Die mittlere Lebendmasse der Tiere bewegte sich von 1292 ± 88,5 (Gruppe Kümmel 0,8 %) bis 1554 ± 163,2 (Gruppe Koriander 0,4 %) (MW ± SD). Um die pflanzlichen Futterzusätze eingehend zu beschreiben, wurden die antioxidative Aktivität (DPPH, FRAP), Gesamtphenole und Gesamtflavonoide in Extrakten evaluiert. Bei allen Tests zeigte sich die höchste Aktivität bei Anis, gefolgt von Kümmel, Bitterfenchel und Koriander. Im Plasma der geschlachteten Tiere konnte dieser Trend mittels FRAP nicht festgestellt werden. Die Menge und Zusammensetzung des ätherischen Öls und seiner jeweiligen Hauptleitsubstanzen (+)-Limonen, (+)-Carvon, (+)-Fenchon, (+)-Linalool und trans-Anethol wurden ebenfalls in den pflanzlichen Ausgangsdrogen und Futtermitteln zur Charakterisierung bestimmt. Bei der Schlachtung wurden Jejunum- sowie Caecuminhalt der Tiere gewonnen und D-(-)- und L-(+)-Laktat, Ammonium und kurzkettige Fettsäuren zur Beschreibung des Einflusses von Apiaceen auf die mikrobieller Fermentation im Darmtrakt bestimmt. Der Einfluss von Apiaceaefrüchten als Futterzusatz auf die bakterielle Fermentation im Intestinaltrakt lässt sich als sehr gering bezeichnen. Zur molekularbiologischen Untersuchung des Caecuminhalts wurde die DNA extrahiert, die eubakterielle Gesamtheit, die Enterobakteriaceen, sowie Cl. perfringens quantifiziert und eine PCR-DGGE-Analyse zur Berechnung ökologischer Indizes zur qualitativen Beschreibung der mikrobiellen Besiedelung durchgeführt. Es zeigte sich, dass eine Beeinflussung der bakteriellen Zusammensetzung im Caecum wahrscheinlich ist, wenngleich die eubakterielle Gesamtheit, die Enterobacteriaceen, sowie Cl. perfringens keine signifikanten Unterschiede aufwiesen. Obwohl die berechneten Indices bei der DGGE-Analyse nur die Anzahl der bakteriellen Spezies (Richness) von Gruppe 3 (Anis 0,8 %) als höher gegenüber den anderen Gruppen die einen pflanzlichen Futterzusatz bekamen, auswiesen, konnte jedoch ein qualitativer Einfluss von Anis, Kümmel, Koriander und Bitterfenchel auf Mikrobiota im Caecumchymus mittels Clusteranalyse und Dendrogramm graphisch dargestellt werden, da die Proben der Gruppen, die dieselbe Apiaceafrüchtesupplementierung erhielten, jeweils innerhalb eines Clusters lagen. Es kann vermutet werden, dass Apiaceen einen modulatorischen Einfluss auf Darmbakterien nehmen können.


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