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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2012

AutorInnen: Pfeffer, Karoline

Titel: Untersuchungen zum Alkaloidgehalt des Wassergreiskrauts (Senecio aquaticus Hill) im Waldviertel.

Titelvariante: Content and composition of pyrrolizindine alkaloids in marsh ragwort (Senecio aquaticus Hill) from the Waldviertel in Lower Austria

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 39.


Betreut von:

Chizzola Remigius

Begutachtet von:
Rausch Wolf-Dieter

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 04.01.13


Abstract:
Ziel der Diplomarbeit war es, den Gehalt an toxischen Pyrrolizindin-Alkaloiden (PA) in Wassergreiskraut (Senecio aquaticus) zu ermitteln, um abschätzen zu können, ob und in welchen Mengen Senecio aquaticus haltiges Heu an Tiere verfüttert werden kann. Das untersuchte Senecio aquaticus stammt aus dem Waldviertel in Niederösterreich, wo der Anteil am Aufwuchs teilweise sehr hoch ist und es dadurch in den letzten Jahren zu Vergiftungen von Pferden und Rindern gekommen ist. Die Pflanzen stammen von einer Versuchsfläche, die zu verschiedenen Zeitpunkten gemäht wurde. So konnte festgestellt werden, ob die Zusammensetzung und der Gehalt an PA, sich im Laufe einer Vegegationsperiode ändern. Außerdem wurde eine Population von 30 Einzelpflanzen von einem weiteren Standort auf ihren PA Gehalt hin untersucht. Die oberirdischen Teile des Wassergreiskrauts wurden getrocknet und gemahlen. Nach Extraktion und Aufreinigung wurde der Alkaloidgehalt der Pflanzen mittels GC/MS bestimmt. Die PA Senecionin, Seneciphyllin, Integerrimin, Z-Erucifolin und Acetyl-Erucifolin konnten erfasst werden. Hauptalkaloide in den Sammelproben waren Senecionin und Erucifolin. Die Senecionin- und Seneciphyllinkonzentration stieg bis August und sank dann wieder, jene von Erucifolin sank im Verlauf der Vegetationsperiode. Die Einzelpflanzen enthielten das PA Erucifolin in der höchsten Konzentration, wobei große Schwankungen zwischen den einzelnen Pflanzen feststellbar waren. Bei manchen Individuen lag der Erucifolin-Gehalt unter der Nachweisgrenze bei anderen mehr als vier mal über dem Mittelwert (Abb. 27). Der Anteil von Senecio aquaticus und somit der PA-Gehalt des Heus waren am höchsten während der Blüte und Samenbildung im Juli, August und September. Die geringsten Alkaloidgehalte erhält man beim Schnitt des Heus Anfang Juni, wenn sich das Wassergreiskraut noch im Rosettenstadium befindet und bei einmaliger Mahd im Herbst. Zu diesem Zeitpunkt sind die Samen allerdings bereits ausgefallen, eine weitere Verbreitung von S. aquaticus wird gefördert und das Heu hat nur mehr geringen Futterwert. Eine Nutzung des ersten Schnittes, bevor das Greiskraut die Blütenstängel ausbildet kann daher am ehesten in Erwägung gezogen werden, wenn der Greiskrautbesatz der betreffenden Wiese gering ist. Senecio aquaticus enthält genau wie Senecio jacobaea PA aus der Gruppe der zyklischen Diester, der Gruppe mit der höchsten toxischen Wirkung , allerdings bei Senecio aquaticus in niedrigeren Konzentrationen. Die vorliegenden Daten reichen nicht aus, um die Toxiziät von Senecio aquaticus für Wiederkäuer und Pferde genau einzuschätzen zu können. Dafür müssten standardisierte Fütterungsversuche für einzelne Spezies durchgeführt werden und jeweils die letale Dosis bestimmt werden. Man weiß allerdings zum jetzigen Zeitpunkt, dass für Pferde geringere Mengen PA tödlich wirken als für Rinder und diese wiederum empfindlicher sind als Schafe und Ziegen.


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