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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2012

AutorInnen: Steinbach, Katharina

Titel: Versuche zum Nachweis von Melisseninhaltsstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln.

Titelvariante: Tests to detect lemon balm plant ingredients in food supplements

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 99.


Betreut von:

Chizzola Remigius

Begutachtet von:
Razzazi-Fazeli Ebrahim

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 31.01.13


Abstract:
Ziel dieser Diplomarbeit war es, mithilfe verschiedener Labormethoden charakteristische Inhaltsstoffe der Melisse (Melissa officinalis) in diversen Nahrungsergänzungsmitteln sowie zum Vergleich in Arzneimitteln und Melissentees nachzuweisen. Als Methoden wurden Dünnschichtchromatographie, Gaschromatographie und Massenspektrometrie und HPLC verwendet. Die Analyse dieser insgesamt 16 Präparate lieferte sehr unterschiedliche Ergebnisse sowohl im Hinblick auf die flüchtigen als auch auf die phenolischen Inhaltsstoffe. Der Inhaltsstoff, der am durchgängigsten zu finden war, war die Rosmarinsäure. Hier kam es aber wahrscheinlich auf das Herstellungsverfahren des Präparates an, denn in mittels Destillation erzeugten Präparaten war Rosmarinsäure kaum bis gar nicht zu finden. Sie könnte wegen ihrer antioxidativen Eigenschaften von medizinischem Interesse sein. Die flüchtige Fraktion war sehr vom jeweiligen Produkt abhängig. Zitronige Komponenten fehlten in den meisten Produkten, in den Melissentees waren sie aber in unterschiedlichen Zusammensetzungen zu finden. β-Caryophyllen und Caryophyllenoxid sind hier als Hauptbestandteile zu nennen, wobei β-Caryophyllen möglicherweise ein Anteil an der beruhigenden Wirkung der Melisse zugeschrieben werden könnte. Eine sichere Zuordnung der mittels HPLC gefundenen Polyphenole war nicht immer möglich. Generell lässt sich sagen, dass Rosmarinsäure laut unseren Ergebnissen am ehesten repräsentativ für Melisse ist. Sie kann aber auch in anderen Lamiaceae vorkommen, z.B. in Salbei, Thymian und Rosmarin. Einige dieser Pflanzen waren auch Bestandteil der hier untersuchten Melissen-Kombiprodukte, etwa Produkt Nr. 1 Espara Baldrian Melisse enthält auch Rosmarin. „Auch wenn in der traditionellen Anwendung die Droge in ihrer Gesamtheit als wirksamer Bestandteil betrachtet wird, so sind es bei Melisse vor allem Polyphenole, welche zur Beschreibung der pharmazeutischen Qualität herangezogen werden. Zu diesen Polyphenolen zählen Hydroxyzimtsäurederivate wie Kaffeesäure, Chlorogensäure, p-Cumarsäure, Ferulasäure oder Rosmarinsäure sowie deren Methylester.“ (KRÜGER, H. et al., 2010)


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