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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2014

AutorInnen: Schmidt, Sandra

Titel: Der Unterschied in der bakteriologischen Flora zwischen Blinddarmkot und normalem Kot bei Meerschweinchen.

Titelvariante: The difference of the bacterial flora between the normal fecal and the caecotrophy of guinea pigs

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 47.


Betreut von:

Iben Christine
Loncaric Igor

Begutachtet von:
Ehling-Schulz Monika

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 16.05.14


Abstract:
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurde der Unterschied der bakteriellen Flora zwischen dem normalen Kot und dem Blinddarmkot von Meerschweinchen untersucht. Für den Versuch standen 6 adulte Tiere, die jeweils in 2er Gruppen gehalten wurden, zur Verfügung. Die Tiere wurden 4 Wochen täglich zwischen 18 und 24 Uhr beobachtet. Es wurden vor allem der Kot- und Blinddarmkotabsatz, die Blinddarmkotaufnahme und das Verhalten dabei beobachtet. Für die bakterielle Untersuchung mussten Kot und Blinddarmkot so frisch wie möglich von jedem Tier entnommen werden. Die Proben wurden innerhalb von 12 Stunden für die bakterielle Diagnostik aufgearbeitet und auf den entsprechenden Agar-Platten ausgestrichen Es gab lediglich in der Gesamtkeimzahl von Lactobacillus einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Kotarten. Die Untersuchungen ergaben, dass im Blinddarmkot weitaus weniger koloniebildende Keime zählbar waren, als im normalen Kot. Die visuelle Beurteilung des Kotes ergab, dass es keinen Unterschied der beiden Kotarten gibt. Nach aktiven Phasen, in denen die Tiere hauptsächlich mit der Futteraufnahme und dem normalen Kotabsatz beschäftigt waren, folgten Ruhephasen, in denen die Meerschweinchen mehrmals hintereinander die Caecotrophe aufnahmen. Die Aufnahme erfolgte in mehreren Etappen, sodass immer wieder von einem Stück abgebissen wurde, und der Kot nie als Ganzes gefressen wurde. Wurden die gesammelten Caecotrophen den Tieren nochmals angeboten, wurden sie von den Tieren gefressen, wobei die Aufnahme des normalen Kotes aber verweigert wurde. Zusammenfassend kann aufgrund des signifikanten Unterschieds der Gesamtkolonienzahl im Laktobazillus- Agar davon ausgegangen werden, dass es sich beim Meerschweinchen um eine wahre Caecotrophie handelt. Auch die Fähigkeit der Tiere zwischen den beiden Kotarten zu selektieren und die Verhaltensweise bei der Blinddarmkotaufnahme, deuten darauf hin, dass es sich nicht nur um Koprophagie sondern um Caecotrophie handelt.


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