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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2014

AutorInnen: Scherr, Christina

Titel: Testing associative effects of feeding total mixed rations versus separate components using in vitro gas production.

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 62.


Betreut von:

Metzler-Zebeli Barbara

Begutachtet von:
Wittek Thomas

Einrichtung:
Universitätsklinik für Schweine


Abschluss Datum: 28.11.14


Abstract:
In aktuellen Futterbewertungssystemen für Milchvieh wird der Energiewert eines Futtermittels durch Summieren der Energiewerte der einzelnen Futterbestandteile berechnet, auch wenn mehrere Studien gezeigt haben, dass das Füttern einer Futtermischung zu Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Substraten führen kann. Diese sogenannten assoziativen Effekte können Stoffwechselprozesse in positiver oder negativer Weise (NIDERKORN et al., 2011) beeinflussen und dadurch die errechneten Nährwerte verfälschen. Das Ziel dieser Arbeit war die Untersuchung dieser assoziativen Effekte zwischen den einzelnen Komponenten einer Totalmischration (TMR), bestehend aus Grassilage und Konzentrat, unter Verwendung des Hohenheimer Futterwerttests. Dafür wurden die TMR bzw. deren Einzelkomponenten für 48 Stunden mit Panseninokula von früh-laktierenden Milchkühen inkubiert. Des Weiteren wurden parallel zwei verschiedene Arten Inokula (freie Pansenflüssigkeit (FRL), Partikel-assoziierte Flüssigkeit (PAL)) verwendet, um zu untersuchen, ob der Ursprung des Panseninhalts die in vitro Gasproduktion und das Ausmaß der assoziativen Effekte zwischen den einzelnen Inhaltsstoffen der TMR beeinflusst. Darüber hinaus wurde den Milchkühen das Futter in drei verschiedenen Partikellängen gefüttert, um die Hypothese zu überprüfen, ob die Partikellänge des Futters der Donorkühe die in vitro Gasproduktion und das Ausmaß der assoziativen Effekte beeinflusst. In diesem Experiment traten während der frühen Phase der Inkubation (Stunde 2 und 4) positive assoziative Effekte zwischen beobachteter und errechneter Gasproduktionsmenge bis zu einem Anteil von 19 Prozent auf. Die assoziativen Effekte wurden im Laufe der Inkubationszeit geringer und verschwanden weitestgehend nach 8 Stunden der Inkubation. Die Gasproduktion war bei der Inkubation der TMR mit PAL höher als im Vergleich zu der Inkubation mit FRL. Das Ausmaß der assoziativen Effekte jedoch wird nicht durch das Panseninokulum beeinflusst. Die Partikellänge beeinflusste die assoziativen Effekte bei der Inkubation mit FRL (P<0.05) insbesondere in den frühen Stunden der Inkubation. Die Abweichungen zwischen beobachteten und errechneten Werten in diesem Experiment unterstreichen, dass das Summieren der Nährwerte von Futtermitteln zu einer Unterschätzung der Verdaulichkeit dieser Art von TMR in den frühen Stunden der Inkubation führen kann, was wiederum mit negativen Folgen für die Physiologie des Pansens verbunden sein kann.


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