Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2015

AutorInnen: Grabner, Regina

Titel: Langzeiterhebung zum ruminalen pH-Wert intensiv gefütterter Kühe in der Hochlaktation.

Titelvariante: Long-term evaluation of the ruminal pH of intensively fed early lactating cows

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 141.


Betreut von:

Khol Annabella

Begutachtet von:
Franz Sonja

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 20.03.15


Abstract:
Die Fütterung von Hochleistungstieren stand im Fokus dieser Untersuchungen, da vor allem im postpartalen Zeitraum ein Konflikt zwischen Futteraufnahmevermögen und der energetischen Versorgung des Tieres besteht. Aus der intensiven Rationsgestaltung resultiert die Gefahr, dass die Tiere an subakuter Pansenazidose (SARA) und deren Folgen erkranken. Im Rahmen eines Fütterungsversuches an 30 frischlaktierenden Milchkühen über einen Zeitraum von 3 Monaten, sollten Auswirkungen der verfütterten Stärkequalität auf die Milchkuh untersucht werden. Die in der Kraftfuttermischung verwendete Gerste wurde mit Milchsäure alleine oder in Kombination mit Wärme behandelt, um die Abbaugeschwindigkeit der Gerstenstärke im Pansen zu modulieren. Da die unterschiedliche Behandlung der Gerste jedoch keine Auswirkung auf den ruminalen pH-Wert der Tiere zeigte, konnten die umfangreichen Daten der pH-Messung im Rahmen der vorliegenden Arbeit zur Untersuchung des Pansenmilieus in der Frühlaktation herangezogen. Die Erhebung der Daten aus dem Fütterungsversuch der 30 Tiere erfolgte mittels Pansenbolus, einer kontinuierlichen Methode zur Messung des ruminalen pH-Wertes, die eine lückenlose Erfassung der pH-Werte, alle 10 Minuten über 50 Tage, ermöglicht und sich daher zur Diagnose von SARA gut eignet. Ziel dieser Arbeit war es, die Entwicklung des ruminalen pH-Wertes am Beispiel einer Herde von 30 Milchkühen in der Frühlaktation in ihrem Verlauf darzustellen, sowie tier- und tageszeitspezifische Unterschiede darzustellen. Zur Beurteilung der gewonnenen Daten eignete sich eine Kombination mehrerer Kriterien, v.a. die Zeitdauer unter einem bestimmten pH-Wert und der zusätzliche mittlere tägliche pH-Wert, welche zur Erkennung erkrankter Tiere führten. In dieser Studie konnte eine viel geringere Prävalenz, trotz intensiver Fütterung, als in den bisherigen Literaturangaben herausgefunden werden. Die Verwendung des mittleren täglichen pH Wertes zur Diagnosestellung erbrachte dabei andere Ergebnisse, als die der täglichen Zeitdauer unter pH 5,8 oder unter pH 6,0. Ein starker Zusammenhang zwischen dem Pansenmilieu und dem Alter der Tiere, sowie Zusammenhänge zwischen dem Zeitabstand seit der letzten Futteraufnahme und dem TM-Aufnahme-Niveau wurden beobachtet. Die vorliegenden Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer guten Messmethode für den ruminalen pH-Wert, die es erst ermöglicht, gefährdete Tiere zu identifizieren. Die große Herausforderung, das Problem SARA und die daraus resultierenden Folgen zu verhindern, liegt jedoch in der Prävention, die in der Praxis durch die eingeschränkte Verfügbarkeit kontinuierlicher pH-Messungen im Pansen noch mehr Bedeutung erlangt.


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads