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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2014

AutorInnen: Marschik, Tatiana

Titel: Literaturstudie über die antivirale Wirkung von Heilpflanzen und ihrer Anwendung in der Veterinärmedizin.

Titelvariante: Literature study on the antiviral activity of medicinal plants and their use in veterinary medicine

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 87.


Betreut von:

Zitterl-Eglseer Karin

Begutachtet von:
Dadak Agnes

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 09.01.15


Abstract:
Ethnoveterinärmedizinisches Wissen wird global als Quelle betrachtet, die die Lebenserfahrung der Menschheit vom Ursprung in evolutionären Schritten hin zum heutigen Tag widerspiegelt. Diese Erfahrungen stammen von der unersättlichen Neugier der Menschheit über viele Jahrhunderte hinweg und bildeten das heutige umfangreiche traditionelle Wissen. Die Ära, in der Ethnoveterinärmedizin mit Misstrauen, Mystik, Aberglaube und Hexerei in Verbindung gebracht wurde, ist längst vergangen. Seit 1980 hat eine Vielzahl von Wissenschaftern aus verschiedenen Disziplinen die mögliche Effektivität der durch einheimische und lokale Gemeinschaften zum Ausdruck gebrachten traditionellen Tierheilmethoden erkannt, bewertet, dokumentiert und studiert. Pflanzenheilkunde hat einen besonderen Stellenwert unter den verschiedenen Heilmethoden der Veterinärmedizin. Es gilt als unbestritten, dass zahlreiche Pflanzen aktive pharmazeutische Substanzen beinhalten. Ein bedeutender Anteil der heute verfügbaren Pharmazeutika beruht auf Substanzen, die auf pflanzliche Quellen zurückzuführen sind. Darüber hinaus wurde mit großer Wahrscheinlichkeit das gesamte Potential an heilbringenden Pflanzen noch nicht ausgeschöpft und es ist durchaus möglich, dass bislang unentdeckte Pflanzen pharmazeutisch aktive Substanzen beinhalten. Auch besteht heutzutage ein immer größer werdender Bedarf an Substanzen mit antiviraler Wirkung, da die spezifische Therapie gegen Virusinfektionen oft unbefriedigend und beschränkt ist. Nach der Behandlung mit Virostatika bilden sich nicht selten neue genetische Virus-Mutationen, die gegen diese Medikamente resistent sind. In diesem Zusammenhang stellen Heilpflanzen mit der Vielfalt ihrer sekundären Pflanzenstoffe eine vielversprechende Alternative dar. Die Heilpflanzen mit antiviraler Wirkung werden in dieser Diplomarbeit im Hinblick auf die größten traditionellen Krankheitslehren eingeteilt und am Ende jedes Kapitels zusammengefasst. Insgesamt werden 78 antiviral wirkende Heilpflanzen besprochen, wobei die am meisten vertretenen Pflanzenfamilien Apocynaceae, Fabaceae, Lamiaceae und Rosaceae sind. Die besprochenen Heilpflanzen zeigten in den wissenschaftlichen Studien eine biologische Aktivität, die zukünftig eine innovative Basis für die Entwicklung neuer Substanzen mit antiviraler Wirkung gegen veterinärrelevante Viruserkrankungen darstellen könnte. Es handelt sich vor allem um Pathogene aus den Familien Herpesviridae, Poxviridae, Paramyxoviridae und Orthomyxoviridae. Diese Literaturstudie konnte zeigen, dass es sehr viele Einzelnachweise zu zahlreichen, vor allem „exotischen“ Heilpflanzen gibt. Im Gegensatz zu „bekannten“ und intensiv erforschten Pflanzen fehlen allerdings in den zugänglichen Forschungsdatenbanken und Literaturquellen oft weiterführende Informationen zu allgemeiner Charakteristik der Pflanzen als auch ihrer antiviralen Wirkung. Es kann festgehalten werden, dass sich die wissenschaftliche Aufmerksamkeit bezüglich antiviral wirkender Pflanzen wesentlich mehr auf die humanrelevanten Erkrankungen richtet. Die Beziehung zwischen Heilpflanzen, Tieren (und Menschen) stellt sicherlich ein herausforderndes Wissenschaftsfeld mit großem Potential dar. Es bleibt zu hoffen, dass die vielversprechendsten der in dieser Literaturstudie besprochenen Heilpflanzen durch weitere intensive Forschung zukünftig eine Basis für wirksame Arzneimittel (nicht nur) gegen virale Erkrankungen darstellen werden.


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