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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Bakkalaureatsarbeit

Publikationsjahr: 2015

AutorInnen: Däumler, Therese

Titel: Beurteilung von hygienischer Qualität, Futterwert und Vorkommen der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) in großen Heulieferungen anhand einzelner Proben.

Titelvariante: Assessment of hygienic and overall food quality and the occurrence of meadow saffron (Colchicum autumnale) in big hay batches by looking at isolated samples

Quelle: Bakkalaureatsarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 81.


Betreut von:

Khol Annabella

Begutachtet von:
Zitterl-Eglseer Karin

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abstract:
In der vorliegenden Bakkalaureatsarbeit wurden im Heu der Veterinärmedizinischen Universität Wien zwei Heulieferungen stichprobenartig auf Qualität und Herbstzeitlosevorkommen untersucht. Die Ergebnisse wurden mit der Studie von Lejeune (2012) verglichen. Das Ausmaß der Kontamination der Lieferungen mit Herbstzeitlose wurde erfasst und eine Stichprobengröße ermittelt, die eine annähernd repräsentative Angabe über das Herbstzeitlosevorkommen einer ganzen Lieferung gibt. Zwei Lieferungen zu je etwa 10 Tonnen wurden mit je 40 stichprobenartig gezogenen Kleinballen untersucht. Zur Analyse wurde das Bewertungsschema des ÖAG-Schlüssels herangezogen und die Futterwertzahl errechnet. Anhand der Sinnesprüfung wurde die Qualität des Heus überprüft und mit Hilfe einer Stängel-Blattanalyse die Inhaltsstoffe und der Energiewert geschätzt. Außerdem wurde der Anteil an Herbstzeitlose in jeder Heuprobe errechnet. Durch statistische Auswertungen wurden Anhaltspunkte bezüglich der Entscheidung einer Annahme oder Ablehnung der Heulieferung erarbeitet. In der vorgelegten Studie wurden am untersuchten Heu Qualitätsmängel festgestellt, die sich in einer starken Staubentwicklung und gehäuftem Vorkommen der Herbstzeitlose bemerkbar machten. Der Geruch des Heus wurde fast gänzlich vom Staub überdeckt und Verunreinigungen wie Erdreste, Stöckchen und Herbstzeitlose wurden aufgefunden. In jeder 2,35ten Stichprobe wurde die Giftpflanze gefunden. Der Herbstzeitlosegehalt der kontaminierten Proben in einer der zwei untersuchten Lieferungen lag immer über dem in der vorliegenden Arbeit festgelegtem Grenzwert (Herbstzeitloseanteil>0,015%). Eine nach nur wenigen Stichproben gefundene Heuprobe, mit einem Herbstzeitloseanteil über dem Grenzwert, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Lieferung weitere stärker kontaminierte Ballen enthalten sind. Aufgrund des hohen Herbstzeitlosevorkommens in den untersuchten Lieferungen der vorliegenden Arbeit, würden sechs Stichproben ausreichen, um mit einer hohen Wahrscheinlichkeit (L1: p= 0,972; L2: p= 0,822) auf eine Probe zu stoßen mit einem Herbstzeitlosegehalt über dem Grenzwert. In diesem Fall wäre eine Ablehnung der Heulieferungen gerechtfertigt. Nach der Auswertung der vorliegenden Untersuchung ist ersichtlich, dass der Produzent in seinem Grundfutterbestand Probleme mit der Herbstzeitlose hat. Der Lieferant sollte Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen und seine Produktionsverfahren verbessern. Die Aufgabe der Veterinärmedizinischen Universität besteht in einer gründlichen Überprüfung der eingehenden Heulieferungen und der Aufklärung des Stallpersonals. Sie sollten die Giftpflanze erkennen können und bei der Verfütterung besonders auf Pflanzenteile der Herbstzeitlose achten. So kann die Wahrscheinlichkeit der Aufnahme der Herbstzeitlose vermindert werden und somit dazu beitragen, dass die Pferde der Vetmeduni Wien kein gesundheitsgefährdendes Grundfutter erhalten.


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