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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2016

AutorInnen: Kraft, Nicole

Titel: Validierung eines Wiederkaumesssystems namens Rumiwatch.

Titelvariante: Validation of a system for monitoring chewing activity (Rumiwatch)

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 58.


Betreut von:

Zebeli Qendrim

Begutachtet von:
Khol Johannes

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abstract:
Die hohen Milchleistungen in der modernen Milchviehhaltung erfordern energiereiches Futter, welches reich an leicht fermentierbaren Kohlenhydraten ist, hingegen wenig Faser enthält. Da diese Fütterungsstrategie den physiologischen Ansprüchen von Wiederkäuern nicht gerecht wird, können sich Stoffwechselerkrankungen wie die subakute Pansenazidose (SARA), sowie entsprechende Folgeerkrankungen ergeben. Während der SARA ändert sich das Fress- und Wiederkauverhalten, welches mit der Pansengesundheit in engem Zusammenhang steht. Um Rückschlüsse auf die Wiederkauaktivität und damit auf die Pansengesundheit ziehen zu können, bieten sich unterschiedliche automatische Methoden zur Erfassung der Wiederkauaktivität an, um die sehr zeitaufwändige direkte Observierung von Milchkühen zu ersetzen. Ziel dieser Arbeit war es, eine Validierung des Messsystems „Rumiwatch“ (Itin + Hoch GmbH, Schweiz) während verschiedener Fütterungsstrategien durchzuführen. Hierzu wurden an acht Milchkühen insgesamt 216 Beobachtungen in 10-Minutenintervalle durchgeführt. Diese gliederten sich auf drei Fütterungsphasen (Grundfütterung ohne Kraftfutter, Adaptation mit steigendem Kraftfutteranteil und SARA-Chal-lenge mit 65 % Kraftfutteranteil) auf. Anschließend wurden die visuell beobachteten Werte mit den automatisch aufgezeichneten Daten verglichen. Die statistische Auswertung verdeutlicht, dass mit zunehmendem Kraftfutteranteil in der Ration die Wiederkaudauer, die Wiederkauschläge, die Wiederkauschläge pro Minute und pro Bolus, sowie die Anzahl der Boli abnahmen (P < 0,01). Die Wiederkaudauer unterscheidet sich nichtsignifikant zwischen den beiden Messsystemen (P = 0,58), während visuell eine geringere Anzahl an Wiederkauschlägen, eine geringere Anzahl an Wiederkauschlägen pro Minute und pro Bolusim Vergleich zur automatischen Beobachtung gemessen wurde (P?0,02). Auch die Anzahl der Boli zeigte einen signifikant Unterschiede bei Verwendung der automatischen Messmethode im Vergleich zur visuellen Beobachtung (P < 0,01). Es wurde jedoch keine wechselseitige Beeinflussung zwischen Fütterungsphase und Messmethode festgestellt, woraus sich schließen lässt, dass Fütterungseinflüsse in Bezug auf die Übereinstimmung der beiden Messmethoden vernachlässigbar sind. Weiters ergaben die Korrelationsanalysen gute Zusammenhänge zwischen den visuellen Beobachtungen und den automatisch aufgezeichneten Werten. So wurde für die Wiederkaudauer (r = 0,92), die Wiederkauschläge (r = 0,96) und die Anzahl der Boli (r = 0,91) jeweils eine sehr hohe, für die Wiederkauschläge pro Bolus eine hohe (r=0,86) und für die Wiederkauschläge pro Minute aufgrund eines Ausreißers eine mäßige (r = 0,63) Korrelation bestimmt. So kann geschlussfolgert werden, dass das automatische Messsystem bei verschiedenen Fütterungsstrategien zeitaufwendige Observationen ersetzen und auch herangezogen werden kann,um Hinweise auf eine veränderte Kauaktivität während einer SARA zu erhalten.


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