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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2018

AutorInnen: Böhm, Stephanie

Titel: Einfluss der Fütterung eines getreidefreien, faser- und fettreichen Kraftfutters auf die Heilung von Magengeschwüren beim Pferd.

Titelvariante: The impact of feeding a grain-free, high fibre and high-fat concentrated diet on the recovery of horses suffering from gastric ulcers

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 45.


Betreut von:

Iben Christine

Begutachtet von:
Cavalleri Jessika-Maximiliane

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abstract:
Ziel vorliegender Studie war festzustellen, ob ein speziell für EGUS-Patienten entwickeltes getreidefreies, rohfaser- und fettreiches Kraftfutter (FFD) im Austausch gegen das üblicherweise gefütterte Kraftfutter mit Getreide zu einer Verbesserung von Magenulzera bei Pferden beiträgt. Es handelt sich um eine prospektive Studie, an der 34 Freizeitpferde mit Verdacht auf gastrointestinale Erkrankungen teilnahmen. Sechs Stuten und 28 Wallache, die an Magenulzera (EGUS-Grad 2 oder höher) litten, erfüllten die Einschlusskriterien. Mittels eines Fragebogens wurden das genaue Fütterungsregime sowie die Haltungsform erhoben. Nach der ersten Gastroskopie wurden 20 Pferde auf das rohfaser- und fettreiche Diätfutter umgestellt (FFD-Gruppe). 14 Pferde bildeten die Kontrollgruppe (C) und erhielten weiterhin ihr übliches Kraftfutter (Mash, Müsli und/oder Hafer; gesamt 1 bis 3 kg/Tag), aber auch in dieser Gruppe wurde die Menge an Heu und Kraftfutter den individuellen Bedürfnissen angepasst. Die Zuteilung in die beiden Gruppen erfolgte rein zufällig. Jedes Pferd wurde am Tag der Vorstellung sowie 8 Wochen danach einer Gastroskopie unterzogen. Alle sichtbaren Befunde wurden nach einem empfohlenen Scoring System von Grad 0 bis 4 beurteilt und dokumentiert. Hierbei wurden die kutane Schleimhaut und die glanduläre Schleimhaut getrennt voneinander beurteilt. Pferde mit einem EGUS Grad 3 oder 4 erhielten zusätzlich für 14 Tage Omeprazol. Nach 8 Wochen konnte in der FFD-Gruppe eine signifikante Verbesserung der Magengeschwüre festgestellt werden (ESGD p=0,000; EGGD p=0,001) im Vergleich zur Kontrollgruppe (ESGD p=0,832; EGGD p=0,642). Korrelationen zwischen Alter, Geschlecht, Arbeitsleistung, Haltung oder Verhalten und dem Grad der Magenulzera konnten nicht festgestellt werden. Die kaum vorhandene Besserung der Magenulzera in der Kontrollgruppe lässt den Schluss zu, dass Getreide in der Ration für Pferde in der Entwicklung und Heilung von Magenulzera eine große Rolle spielt, da in der vorliegenden Studie der Getreideanteil in der Ration der Kontrollgruppe den einzigen Unterschied zur FFD-Gruppe darstellte. Weitere Studien oder Beobachtungen sind nötig um festzustellen, ob durch stärkereduziertes, faser- und fettreiches Futter, das Auftreten von Schleimhautläsionen bei Pferden mit Magengeschwüren, auch über längere Zeiträume, verhindert werden kann.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Böhm, S; Mitterer, T; Iben, C (2018): The impact of feeding a high-fibre and high-fat concentrated diet on the recovery of horses suffering from gastric ulcers. Pferdeheilkunde 2018; 34: 237-246

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