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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2012

AutorInnen: Mlak, Melanie

Titel: Durch Adspektion und Palpation erhobene patho-morphologische Veränderungen an Falltieren (Schwein).

Titelvariante: Pathomorphological changes on fallen pigs collected by adspection and palpation

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 85.


Betreut von:

Baumgartner Johannes

Begutachtet von:
Loupal Gerhard

Einrichtung:
Institut für Tierschutzwissenschaften und Tierhaltung


Abschluss Datum: 24.10.12


Abstract:
In Niederösterreich wurden 2009 insgesamt 53485 gefallene Schweine verzeichnet, die nicht in die Lebensmittelkette gelangt sind, da sie schon vor der geplanten Schlachtung verendeten. Ihre Kadaver wurden in die Tierkörperverwertungsanlage SARIA Bio‐Industries verbracht, wo sie zur Seuchenprävention ordnungsgemäß verarbeitet und verbrannt wurden. Unter Falltieren oder gefallenen Tieren versteht man landwirtschaftliche Nutztiere die verendet sind (einschließlich Totgeburten oder ungeborene Tiere) oder nicht für den menschlichen Verzehr getötet wurden und sich daher nicht in einem Schlachthof befinden (§10 Abs. 3 Z.1.TMG). Lediglich ein geringer Anteil von 0,11 % wurde 2009 dem Amtstierarzt zur Begutachtung und Feststellung der Todesursache vorgelegt (GEIER, 2012). Der Rest der Tierkörper wird ohne Kenntnis der Todesursache sowie ihres äußerlich beurteilbaren Zustandes sofort der Verarbeitung zugeführt. Im Zuge dieser Arbeit wurden in Zusammenarbeit mit einer zweiten Person im Zeitraum von 20 Tagen 987 Schweinekadaver auf äußerlich erkennbare pathomorphologische Veränderungen untersucht. Ziel war es, einen Überblick über Art und Häufigkeit des Auftretens einzelner Veränderungen, sowie Rückschlüsse auf mögliche tierschutzrelevante Sachverhalte zu bekommen. Erfasst wurden hochgradige Abmagerung, Dekubitalstellen, Stallklauen, Beißen im Bereich des Schwanzes, der Ohren, der Hautoberfläche sowie der Flanke und Umfangsvermehrungen. Für die Erhebung der notwendigen Daten wurden die Tierkadaver einer adspektorischen sowie einer palpatorischen Untersuchung unterzogen. Eine repräsentative Anzahl an Veränderungen je Kategorie wurde photographisch dokumentiert. Im Rahmen dieser Studie konnten bei jedem fünften Tier morphologische Abweichungen erhoben werden. Alleine für Niederösterreich handelt es sich jährlich um geschätzte 2500 Tierkörper mit teils schwerwiegenden Veränderungen. Um eine Minimierung der Ausfallszahlen zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So könnten neben einer Optimierung der Tierhaltung auch vermehrte Kontrollen durch den TGD dazu beitragen, Missstände aufzudecken und gezielte Gegenmaßnahmen zu setzen. Durch erweiterte Bestimmungen bezüglich der Kennzeichnung von Schweinen könnte eine bessere Rückverfolgbarkeit der Herkunft der Tiere gewährleistet werden. Zusätzliche Studien, mit dem Ziel der Erstellung eines Kataloges, der es dem Fahrer des Kadavertransporters bei der Abholung ermöglichen soll, auffällige Tiere zu kennzeichnen, könnten dazu beitragen, dass diese Tiere einem Amtstierarzt zur Begutachtung vorgelegt werden können, damit dieser die notwendigen Schritte einleiten kann.


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