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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2002

AutorInnen: Eisschiel, H

Titel: Klinische und histologische Auswirkungen von Zearalenon auf den Geschlechtstrakt nichtzyklischer Jungsauen.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 61.

Betreut von:

Schuh Maximilian


Zugehörige(s) Projekt(e): Auswirkungen von zearalenonkontaminierten Futtermitteln auf den Geschlechtstrakt von Jungsauen


Abstract:
Ziel der durchgefuehrten Untersuchung war es, eine Aussage ueber die bisher kaum untersuchten Auswirkungen von zearalenonkontaminiertem (ZON-kontaminiertem) Futter an nichtzyklischen Jungsauen treffen zu koennen. Der durchgefuehrte Fuetterungsversuch umfasste 14 Jungsauen, wobei 7 Tiere als Versuchsgruppe und 7 Tiere als Kontrollgruppe dienten. Der Einfluss von natuerlich kontaminiertem, zearalenonhaeltigem Futter wurde auf klinische, pathologisch-anatomische als auch histologische Parameter untersucht. Waehrend des 18taegigen Fuetterungsversuches betrug die taegliche durchschnittliche Futteraufnahme des natuerlich ZON-kontaminierten Hafers 0,8 kg/Jungsau. Damit ergab sich eine durchschnittliche Aufnahme von 0,83 mg ZON/Tier/Tag. Bei der klinischen Untersuchung konnten nach 12taegiger Verfuetterung des ZON-kontaminierten Futters Roetung und Schwellung der Vulva und des Gesaeuges bei allen Tieren der Versuchsgruppe festgestellt werden, wogegen die Tiere der Kontrollgruppe keine auffaelligen klinischen Befunde aufwiesen. Die nach Tötung vorgenommene pathologisch-anatomische Beurteilung des Uterus zeigte innerhalb der Kontrollgruppe ein einheitliches physiologisches Bild, bei saemtlichen Tieren der Versuchsgruppe gab es hingegen Veraenderungen, die auf einen Hyperoestrogenismus hinwiesen. Mikroskopisch zeigten sich bei den Versuchstieren an den Ovarien vermehrt atretische Follikel, am Eileiter eine vermehrte Desquamation der Epithelzellen. Weiters konnte vor allem im Bereich des Uteruskoerpers eine vermehrte subepitheliale Zellinfiltration und Oedemisierung festgestellt werden. Das Zervixepithel war gekennzeichnet von beginnenden metaplastischen Veraenderungen, in der Vagina wurde eine Vergroeßerung der modifizierten Schweißdruesen festgestellt. Durch die lektinhistochemischen Untersuchungen des Geschlechtsapparates konnten anhand der Lektinbindungsmuster teils deutliche Unterschiede zwischen Tieren der Kontrollgruppe und der Versuchsgruppe festgestellt werden. Mittels der vorliegenden Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass eine taegliche Aufnahme von 0,83 mg ZON über das Futter, innerhalb von 18 Tagen bei nichtzyklischen Jungsauen sowohl deutliche klinische, pathologisch-anatomische als auch histologische Veraenderungen an den Geschlechtsorganen verursacht.

Schlagworte:
Mykotoxine / Zearalenon / Hyperoestrogenismus / Jungsauen / Geschlechtstrakt / Lektinhistochemie


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