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Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2010

AutorInnen: Gergely, Alexandra

Titel: Experimentelle Infektion von Aufzuchtferkeln mit PRRSV.

Titelvariante: Experimental infection of grower pigs with PRRSV

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 96.


Betreut von:

Ritzmann Mathias

Begutachtet von:
Saalmüller Armin

Einrichtung:
Universitätsklinik für Schweine


Abschluss Datum: 07.06.10


Abstract:
Ziel dieser Studie war die Untersuchung eines europäischen PRRS-Virussubtyps bezüglich seiner Virulenz, wobei die Hauptzielparameter die respiratorischen Symptome und pathologischen Läsionen nach der Infektion waren. Des Weiteren wurden die Effekte einer PRRSV-Impfung untersucht. Anhand der Ergebnisse dieser Studie soll ein "Challengemodell" für Untersuchungen neuer Impfstoffe entwickelt werden. 36 Ferkel aus einem PRRSV-freien Jungsauenproduktionsbetrieb wurden in drei Gruppen á 12 Tieren aufgeteilt: eine Kontrollgruppe, eine infizierte Gruppe (inf-Gruppe) und eine vakzinierte und infizierte Gruppe (vak/inf-Gruppe). Die PRRSV-Freiheit aller Studientiere wurde bei Anlieferung untersucht, indem Blutproben auf PRRSV (mittels PCR) und auf Antikörper gegen PRRSV (mittels ELISA) untersucht wurden. Die Studie dauerte 64 Tage (Studientag -7 bis 57). Die Schweine wurden täglich klinisch untersucht (innere Körpertemperatur, Dyspnoe, Husten, Nasen- und Augenausfluss, Verhalten, Futteraufnahme) und an vorgegebenen Tagen gewogen. Die Vakzination der vak/inf-Gruppe erfolgte am Studientag 0 und inf- sowie vak/inf-Tiere wurden am 35. Studientag intranasal und intramuskulär infiziert. Für die Infektion wurde ein PRRSV-EU-Isolat verwendet. Den Kontrolltieren wurde am Tag der Infektion physiologische Kochsalzlösung verabreicht. Die pathologischen Untersuchungen erfolgten in zwei Blöcken, an den Studientagen 44/45 und 56/57. Es konnten vom 40. bis 44. Studientag signifikante Unterschiede in den Tageszunahmen zwischen den Kontrolltieren und inf- und vak/inf-Schweinen beobachtet werden, nicht aber zwischen den beiden letztgenannten. Die IKT unterlag starken Schwankungen, wobei bis zum 34. Studientag keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen darstellbar waren. Nach der Infektion kam es bei der inf- bzw. vak/inf-Gruppe zu einem Anstieg der inneren Körpertemperatur, wobei die Schweine der vak/inf-Gruppe schneller wieder fieberfrei wurden. Signifikante Unterschiede im Verlauf der IKT waren nur zwischen den Kontrolltieren und den Tieren der anderen beiden Gruppen im Zeitraum vom 35. bis 44. Studientag gegeben. Bei der pathologischen Untersuchung zeigten 10 von 12 Tieren der inf-Gruppe pathomorphologische Veränderungen zu beiden Untersuchungszeitpunkten, die als "Marmorierung" und "festere Konsistenz" der Lunge definiert wurden. Dies betraf bis zu 100 % der Lunge. Die vak/inf-Gruppe zeigte nur zum ersten Untersuchungszeitpunkt pathomorphologische Lungenläsionen. Die Mittelwerte der pathohistologischen "Gesamtscores" reduzierten sich bei allen drei Gruppen vom ersten auf den zweiten Untersuchungszeitpunkt (Kontrollgruppe: 49 %, inf-Gruppe: 33 %, vak/inf-Gruppe: 37 %). Ein ähnliches Bild zeigte sich auch, wenn man die fünf Lungenläsionen (Hypertrophie und -plasie der Pneumozyten, Infiltration der Alveolarsepten mit mononukleären Zellen, Nekrose, intraalveoläre Akkumulation von Entzündungszellen, perivaskuläre Akkumulation von Entzündungszellen) einzeln betrachtete, wobei es nur signifikante Unterschiede zwischen der Kontrollgruppe und den Tieren beider infizierter Gruppen gab (inf- bzw. vak/inf-Gruppe). Bei der Lungenläsion Nekrose war der Unterschied nur zwischen der Kontrollgruppe und der inf-Gruppe signifikant, aber nicht zur vak/inf-Gruppe. Anhand der Ergebnisse konnte gezeigt werden, dass das verwendete "Challengevirus" pathologische Veränderungen verursachte, da Unterschiede in den klinischen Parametern, aber auch in Bezug auf die Lungenläsionen zwischen den Kontrolltieren und den infizierten Tieren beobachtet wurden.

Schlagworte:
PRRS / PRRSV / Ferkel / challenge / vaccine / Lungenscore


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