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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2010

AutorInnen: Mangeng, Julia

Titel: Untersuchungen zur CO2/O2-Narkose bei der Saugferkelkastration mit einem kommerziell verfügbaren Gerät.

Titelvariante: Investigation about CO2/O2 narcosis for the castration of suckling piglets using a commercially available device

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 33.


Betreut von:

Ritzmann Mathias

Begutachtet von:
Auer Ulrike

Einrichtung:
Universitätsklinik für Schweine


Abschluss Datum: 14.12.10


Abstract:
In der Europäischen Union werden jährlich ca. 100 Millionen männliche Ferkel in der ersten Lebenswoche ohne Betäubung kastriert. Die konventionelle Saugferkelkastration steht schon seit längerer Zeit stark in der Kritik. Alternativen können sowohl chirurgische als auch nicht chirurgische Verfahren sein. Eine umstrittene Alternative, die in den Niederlanden eingesetzt wird, ist die Narkose mit CO2. Anhand von Verhaltensstudien soll die konventionelle Ferkelkastration mit der Kastration unter CO2/O2-Narkose unter Feldbedingungen mit einem kommerziell verfügbaren Gerät verglichen werden. Je 20 Ferkel werden auf vier Gruppen aufgeteilt und entweder ohne Narkose fixiert (Gruppe H), ohne Narkose kastriert (Gruppe K), mit CO2 narkotisiert und fixiert (Gruppe HN) oder in Narkose kastriert (Gruppe KN). Die zu untersuchenden Parameter sind Abwehrbewegungen, die Vokalisation, die chirurgische Toleranz und das postoperative Verhalten. Beim Gruppenvergleich zeigten sich während der Narkoseeinleitung bei allen Ferkeln mit CO2-Narkose Abwehrbewegungen mit einer höheren Intensität und Dauer im Vergleich zu nicht narkotisierten Kontrolltieren. In der Kastrationsphase sind die Abwehrbewegungen in Dauer und Intensität in den Gruppen mit CO2-Narkose signifikant niedriger als in den zugehörigen Vergleichsgruppen ohne Narkose (H / HN; K / KN), allerdings konnten trotz Narkose zum Teil Abwehrbewegungen und, bei über einem Viertel der unter CO2-Narkose kastrierten Ferkeln, sogar Lautäußerungen in Reaktion auf die Kastration festgestellt werden. Weiter zeigte die Hälfte der narkotisierten Tiere Reaktionen auf den Hautschnitt bzw. die Prüfung des Afterklauenreflexes. Diese Ergebnisse zeigen, dass bei der Verwendung eines standardisierten Narkosegerätes zur CO2-Applikation das Erreichen einer chirurgischen Toleranz nicht sichergestellt ist. Im postoperativen Verhalten zeigt sich nur tendenziell eine reduzierte Aktivität der Ferkel nach CO2-Narkose. Positionswechsel und die Stimulation des Gesäuges werden von Ferkeln nach CO2-Narkose im Vergleich zu den jeweiligen Gruppen ohne Narkose seltener gezeigt. Spezifische Verhaltensauffälligkeiten wie Schnappatmung, Streckkrämpfe, Gleichgewichtsverlust und Lecken an verschiedenen Gegenständen werden nur oder fast ausschließlich von Ferkeln nach CO2-Narkose gezeigt. Nach den Ergebnissen dieser Untersuchung, kann eine CO2-Narkose mit dem verwendeten Narkosegerät bei 3–6 Tage alten Ferkeln nicht empfohlen werden.


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