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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2011

AutorInnen: Portenier, Alexandra

Titel: Untersuchung über die Wirksamkeit von Ketoprofen zur Schmerzreduktion bei der chirurgischen Kastration der Saugferkel.

Titelvariante: Investigation about the effect of ketoprofen on the reduction of castration induced pain in suckling piglets

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 28.


Betreut von:

Ritzmann Mathias

Begutachtet von:
Baumgartner Johannes

Einrichtung:
Universitätsklinik für Schweine


Abschluss Datum: 04.03.11


Abstract:
In dieser Studie wurde untersucht, ob die präemptive Gabe von Ketoprofen die kastrationsbedingte Ausschüttung von Cortisol bei Saugferkeln reduziert. Fünf Tage alte, klinisch gesunde, männliche Saugferkel wurden in drei Versuchsgruppen zu je 16 Ferkeln eingeteilt und entweder ohne Gabe von Schmerzmitteln konventionell kastriert („Kastration normal“), nach präemptiver Gabe von Schmerzmitteln konventionell kastriert („Kastration Ketoprofen“) oder nach Gabe von Schmerzmitteln fixiert und im Bereich der Hoden manipuliert („Manipulation Ketoprofen“). Das Ketoprofen wurde 30 Minuten vor der Kastration / Manipulation intramuskulär verabreicht. Von allen Ferkeln wurden, zur Bestimmung der Cortisolkonzentration, 30 Minuten vor, sowie 30 und 60 Minuten nach dem Eingriff Blutproben genommen. In allen drei Versuchsgruppen waren die Cortisolwerte im Vergleich zum Basalwert 30 und 60 Minuten nach der Kastration / Manipulation signifikant höher (p ≤ 0,05). Allerdings war im Gruppenvergleich zu den Messzeitpunkten 30 Minuten und 60 Minuten nach dem Eingriff ein signifikanter Unterschied (p ≤ 0,05) zwischen den beiden Kontrollgruppen „Manipulation Ketoprofen“ und „Kastration normal“ nachweisbar. Zwischen den Gruppen „Manipulation Ketoprofen“ und „Kastration Ketoprofen“ konnten zu keinem Zeitpunkt signifikante Unterschiede nachgewiesen werden. Allerdings unterschied sich die Gruppe „Kastration Ketoprofen“ auch nicht signifikant von der Gruppe „Kastration normal“. ZÖLS et al. (2006b) und LANGHOFF et al. (2009) konnten bei ihren Untersuchungen mit einem ähnlichen Versuchsablauf, für die Nicht-Opioid-Analgetika Flunixin und Meloxicam, signifikante Unterschiede zur kastrierten Kontrollgruppe ohne Schmerzmittel nachweisen. Der Einsatz eines Emaskulators könnte in der vorliegenden Studie die Ursache dieses Ergebnisses sein. Durch den Einsatz wird der Zug am und das Durchtrennen des Samenstrang erheblich verlängert, zwei Prozessschritte der Kastration, die schon von WHITE et al. (1995), WEARY et al. (1998), und TAYLOR und WEARY (2000) als die Schmerzhaftesten bei der Kastration beschrieben wurden. Ein Versuchsaufbau mit größeren Versuchsgruppen könnte signifikante Unterschiede hervorheben und somit statistisch belegen, ob Ketoprofen einen signifikanten positiven Effekt auf den Kastrationsschmerz bei Saugferkeln hat, der sich in dieser Studie abzeichnet.


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