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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2013

AutorInnen: Scottini, Marco

Titel: Fallbericht über festliegende Zuchtsauen in einem österreichischen Schweinebestand.

Titelvariante: Case Report about sows with paresis in an Austrian breeding farm

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 46.


Betreut von:

Hennig-Pauka Isabel

Begutachtet von:
Weissenböck Herbert

Einrichtung:
Universitätsklinik für Schweine


Abschluss Datum: 14.03.14


Abstract:
In der vorliegenden Arbeit wurde über einen möglichen Zusammenhang einer Entero- bzw. Teschovirusinfektion mit dem Festliegen bei Zuchtsauen in einem österreichischen Betrieb diskutiert. Aufgrund der Anamnese und klinischen Anzeichen, welche die beiden Sauen bei der Untersuchung an der Veterinärmedizinischen Universität zeigten, wurden verschiedene Verdachtsdiagnosen in Erwägung gezogen. Paralysen der Hinterextremitäten und das Festliegen der Tiere konnten entweder einer nicht infektiösen Ursache wie Traumata, Vergiftungen durch Selen und Organophosphate oder einer infektiösen Ursache wie Rotlauf, Teschovirus-Enzephalomyelitis, AK, ESP und Brucellose zugeordnet werden. Im Zuge der Sektion wurde auf das Vorhandensein von raumfordernden Prozessen im Bereich des Rückenmarks untersucht. Zu solchen Veränderungen zählen Abszesse, welche durch Nervenkompression zu Lähmungen der Tiere führen können. Diese mögliche Ursache wurde bei der pathologischen Untersuchung ausgeschlossen. Pathohistologisch waren aufgrund einer hochgradigen nichteitrigen Enzephalomyelitis deutliche Hinweise auf eine Infektion mit Entero- und Teschoviren gegeben. Überdies stimmten die Ergebnisse der klinischen wie auch der histologischen Untersuchungen mit denen in der Literatur weitgehend überein. Die Resultate der molekulargenetischen Untersuchungen an der AGES schlossen jedoch eine Infektion mit dem anzeigepflichtigen Porzinen Teschovirus 1 aus. Es wurde Porzines Enterovirus 1 mittels PCR in einer Rückenmarksprobe bei einer der beiden Tiere gefunden. Aufgrund der oftmals stillen Durchseuchung bleibt die Erkrankung meist klinisch inapparent und ist somit schwer zu diagnostizieren. Erst nach Nachweis von Porzinem Teschovirus 1 mittels spezifischer Sequenzierung kann eine Anzeige erstattet werden.


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