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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2016

AutorInnen: Kagerer, Lisa

Titel: Untersuchung über die Bedeutung ausgewählter Durchfallerreger bei Aufzuchtschweinen.

Titelvariante: Study on the role of selected enteropathogens causing diarrhea

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 43.


Betreut von:

Hennig-Pauka Isabel

Begutachtet von:
Weissenböck Herbert

Einrichtung:
Universitätsklinik für Schweine


Abstract:
Ziel dieser Arbeit war es verschiedene, teils wenig beachtete und bekannte Erreger in Schweinen, welche Durchfall als klinisches Symptom zeigen hinsichtlich ihres Vorkommens zu untersuchen. Nicht untersucht wurden bedeutende Erreger wie E. coli, Lawsonia intracellularis, Brachyspiren und PeDV . Es wurden 143 Kotproben, davon 53 Durchfallproben, durch digitale Palpation des Rektums gewonnen. Die Tiere waren zwischen 9 und 13 Wochen alt. Die parasitologische Untersuchung auf Eimeria spp., Cystoisospora suis und Neobalantidium coli fand an der Veterinärmedizinischen Universität Wien statt und wurde mittels Fluoreszenzmikroskopie und Lichtmikroskopie durchgeführt. Die Auswertung erfolgte semiquantitativ. Die virologische Untersuchung auf porzine Astroviren 4 (PAstV4), porzines Kobuvirus (PKoV), porzines Circovirus 2 (PCV-2) und porzine Rotaviren der Gruppe A und C wurde in einem Labor in Schweden (Department für Virologie, Immunbiologie und Parasitologie, National Veterinary Institute, Uppsala, Schweden) mittels quantitativer Real-Time-PCR durchgeführt. Es wurden keine Cystoisospora suis- und nur in einer Probe Eimeria spp.-Oozysten nachgewiesen. Ebenso konnte nur in einer Probe Rotavirus C und in keiner Probe Rotavirus A detektiert werden. Es gab signifikante Unterschiede zwischen den zwei Gruppen bei der Auswertung von Neobalantidium coli-Trophozoiten, PCV-2 und PAstV4. Es waren signifikant mehr positive Tiere in der Gruppe 1 verglichen mit Gruppe 2 bei der Untersuchung auf Neobalantidien und PCV-2. Es wird vermutet, dass dieser Unterschied auf dem Unterschied der Trockensubstanz im Kot beruht. Eine Korrelation zwischen den einzelnen Erregern war nicht ersichtlich. Aufgrund der hohen Hygienestandards und dem metaphylaktischen Einsatz von Toltrazuril konnten keine Cystoisosporasuis-Oozysten nachgewiesen werden. Der hohe Prozentsatz an nachgewiesenen Neobalantidium coli-Trophozoiten darf wegen des zoonotischen Potentials und als Wegbereiter für andere Infektionen nicht außer Acht gelassen werden. Dass der Nachweis von Neobalantidium coli in der Gruppe 1 höher als in der Gruppe 2 war, lässt sich eventuell auf den großen Unterschied im Trockensubstanzgehalt zurückführen. Es besteht theoretisch die Möglichkeit, dass das verstärkte Vorkommen von PCV-2 trotz Impfung mit der Wahl der Vakzine und dem Impfzeitpunkt zusammenhängt. Auch ein Impfversagen bei möglicherweise vorkommenden PCV-2d kann nicht ausgeschlossen werden. 100 % der Proben waren PAstV4 positiv. Als alleiniger krankheitsauslösender Erreger ist PAstV4 eher unbedeutend, aber eine Koinfektion mit anderen enteropathogenen Erregern könnte die klinische Ausprägung einer Erkrankung durchaus verschlimmern. Der hohe Anteil an PCV-2 positiven Tieren und die Koinfektionen mit Neobalantidium coli, PAstV4 und Kobuvirus könnten in diesem Betrieb am Durchfallgeschehen beteiligt sein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind jedoch auch bakterielle Erreger beteiligt, die in dieser Studie nicht untersucht wurden. Nach dem Wechsel zurück zum vorherigen Impfstoff gab es keine weitere Durchfallproblematik. Das spricht dafür, dass PCV-2 in diesem Krankheitsgeschehen möglicherweise eine Rolle spielt.


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