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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2017

AutorInnen: Wöchtl, Bettina

Titel: Vergleich der klinischen und immunologischen Auswirkungen einer Infektion mit Escherichia coli O104:H4 beziehungsweise enterohämorrhagischen Escherichia coli O157:H7 im gnotobiotischen Schweinemodell.

Titelvariante: Comparison of clinical and immunological findings in gnotobiotic piglets infected with Escherichia coli O104:H4 outbreak strain and EHEC O157:H7

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 50.


Betreut von:

Hennig-Pauka Isabel

Begutachtet von:
Schmidt Peter

Einrichtung:
Klinische Abteilung für Wiederkäuermedizin


Abstract:
Die Daten von 13 Ferkeln, welche mittels Kaiserschnitt entbunden, unter sterilen Bedingungen gehalten und der Kontrollgruppe beziehungsweise zwei Infektionsgruppen (E. coli O157:H7 und E. coli O104:H4) zugeordnet wurden, wurden in die Auswertung der Infektionsversuche miteinbezogen. Die Tiere wurden engmaschig kontrolliert, klinisch untersucht und nach einem festgelegten Schema beprobt (Blutproben, Kotproben, Urinproben). Zeitnah nach dem Versterben, bzw. nach der Euthanasie wurden die Tiere einer Sektion und weiteren Beprobungen zugeführt. Im Gegensatz zu den Tieren, die mit E. coli O157:H7 infiziert wurden und zum Teil massive neurologische Ausfallserscheinungen entwickelten, zeigten die mit dem Ausbruchsstamm E. coli O104:H4 infizierten Tiere nur dezente Krankheitsanzeichen, die sich in Durchfall und Dehydratation äußerten. Es konnte im Infektionsversuch mit E. coli O104:H4 keine systemische Erkrankung ausgelöst werden. Dies steht im Gegensatz zu Befunden beim Menschen, die während des Krankheitsausbruches im Jahr 2011 erhoben worden waren. Während dieses Ausbruchs war eine deutlich höhere Prävalenz an HUS festgestellt worden, als bei Ausbrüchen nach Infektion mit anderen Serotypen, wie zum Beispiel dem Serotyp E. coli O157:H7 [33]. Während des Experimentes wurden verschiedene biochemische Parameter erhoben, die in der Humanmedizin einen Vorhersagewert für den Verlauf der Erkrankung besitzen und zur Abschätzung der Prognose herangezogen werden. Nur in wenigen Individuen beider Infektionsgruppen konnten Parameterveränderungen festgestellt werden, wie sie in humanen Krankheitsfällen zu erwarten wären. Die Ergebnisse der durchflusszytometrischen Untersuchung lassen eine Bedeutung von natürlichen Killerzellen bei STEC-Infektionen vermuten, welche in weiteren Arbeiten abgeklärt werden sollte. Der typische A/E Anheftungsmechanismus von E. coli O157:H7 an die Enterozyten konnte in der elektronenmikroskopischen Untersuchung dargestellt werden, jedoch nicht die beschriebene ziegelmauerartige Anlagerung von E. coli O104:H4. Zusammengefasst ist festzustellen, dass es sich beim gnotobiotischen Schweinemodell um ein sehr zeit- und kostenaufwändiges Modell handelt, welches zahlreichen Limitationen unterliegt. Nichtsdestotrotz können durch die Anwendung des Modelles bei präziser Fragestellung Daten und Hypothesen generiert werden, die zum besseren Verständnis von STEC-assoziierten Erkrankungen führen können.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Wöchtl, B; Gunzer, F; Gerner, W; Gasse, H; Koch, M; Bagó, Z; Ganter, M; Weissenböck, H; Dinhopl, N; Coldewey, SM; von Altrock, A; Waldmann, KH; Saalmüller, A; Zimmermann, K; Steinmann, J [and 6 others] (2017): Comparison of clinical and immunological findings in gnotobiotic piglets infected with Escherichia coli O104:H4 outbreak strain and EHEC O157:H7. Gut Pathog. 2017; 9:30
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