Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2018

AutorInnen: Krauss, Ines

Titel: Untersuchungen zur Prävalenz von Magenulzera bei Mastschweinen in einem Betrieb in Niederösterreich mit konventioneller Haltung.

Titelvariante: Prevalence assessments of gastric ulcers in fattening pigs on a conventional farm in lower Austria

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 32.


Betreut von:

Hennig-Pauka Isabel

Begutachtet von:
Schmidt Peter

Einrichtung:
Universitätsklinik für Schweine


Abstract:
Bei Schweinen können ösophagogastrische Magengeschwüre (OGU) zu vermindertem Leistungszuwachs bis hin zu plötzlichen Todesfällen führen. Obwohl mittlerweile viele prädisponierende Faktoren für die Entstehung von OGU identifiziert wurden, ist die Pathogenese noch nicht vollständig geklärt. Eine zu feine Futterstruktur, die auch durch die Futterzusammensetzung bestimmt wird, zählt zu den bedeutendsten begünstigenden Faktoren für die Entstehung von Magengeschwüren bei Mastschweinen. Magenschleimhautläsionen und Gefäßerosionen können Eintrittspforten für Keime darstellen, die nach ihrer Streuung zu weiteren Organveränderungen und zu einer Kontamination des Fleisches führen können. Die Ziele der Studie waren, die makroskopischen und histologischen Beurteilungen der Schweinemägen zu vergleichen, die Einsetzbarkeit des makroskopischen Beurteilungsscore auf Schlachthöfen zu prüfen und die Magengesundheit in zwei unterschiedlichen Haltungsformen auf einem konventionellen Betrieb mit einerseits der Bereitstellung von Stroh und einem höheren Platzangebot und andererseits der herkömmlichen Haltung ohne Stroh und weniger Platz zu vergleichen. Die Tiere wurden in Kontroll- (CG) und Versuchsgruppe (SG) aufgeteilt. In der Versuchsgruppe standen den Tieren Langstroh in Raufen und mindestens 1 m² Platz pro Schwein zur Verfügung, im Gegensatz zur Kontrollgruppe (kein Stroh, mindestens 0.7 m²/Schwein). Nach der Schlachtung wurden 233 Mägen (SG 113, CG 120) makroskopisch sowie histologisch anhand einer Skala von 0 (unverändert) – 3 (OGU) beurteilt. Der Median der Prävalenz für Magengeschwüre diagnostiziert durch die makroskopische Befunderhebung betrug 5 % in der CG (0-40 %) und 18 % in der SG (0-50 %). Diese Unterschiede waren nicht signifikant. Die Sensitivität und Spezifität der makroskopisch diagnostizierten Magenschleimhautveränderungen (Score >0) mit Bezug zu den histologischen Diagnosen betrug 79 % und 83 %, und für Score 3 (Magengeschwür) 53 % und 98 %. Positive Korrelationen wurden zwischen den durchschnittlichen Magenscores, bzw. auch dem Anteil an Tieren mit Magengeschwüren und dem Anteil an Tieren mit Ohrspitzenläsionen gefunden. Durch die Strohgabe und das vermehrte Platzangebot konnten keine vorteilhaften Auswirkungen auf die Entstehung von Magengeschwüren festgestellt werden. Es wird vermutet, dass durch das im Betrieb verwendete sehr fein strukturierte Futter die Magenschleimhaut so vorgeschädigt war, dass auch durch Strohgaben keine deutliche Verbesserung der Magengesundheit erreicht werden konnte. Der Zusammenhang zwischen Magengesundheit und Ohrspitzenverletzungen lässt den Einfluss weiterer Stressoren vermuten, die möglicherweise bereits in der Aufzuchtphase vorhanden waren.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Krauss, I; Schwarz, L; Schodl, K; Knecht, C; Brunthaler, R; Metzler-Zebeli, B; Leeb, C; Hennig-Pauka, I (2018): Assessing Gastric Ulceration In Fattening Pigs Housed Without Or With Straw And Additional Space - A Macroscopic And Microscopic Study On A Conventional Austrian Farm. Slov Vet Res. 2018; 55(2): 91-100.
Open Access Logo

© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads