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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2015

AutorInnen: Raith, Johannes

Titel: Retrospektive Analyse des Einflusses der PCV2-Vakzination auf die porzine Lungengesundheit.

Titelvariante: Retrospective analysis of the influence of PCV2 vaccination on porcine lung health

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 38.


Autor/innen der Vetmeduni Vienna:

Raith Johannes

Betreut von:
Köfer Josef

Begutachtet von:
Hennig-Pauka Isabel

Einrichtung:
Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie und öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin, Abteilung für Öffentliches Veterinärwesen und Epidemiologie


Ausgezeichnet mit:

  • Nutztierpreis 2016.

  • Abschluss Datum: 18.03.16


    Abstract:
    Das Porcine Circovirus Typ 2 (PCV2) gehört gegenwärtig zu den bedeutendsten viralen Infektionserregern bei Schweinen und führt weltweit zu massiven ökonomischen Folgen für die Tierhalter. Seit der erstmaligen Beschreibung des Erregers in den späten 1990er Jahren hat sich ein regelrechter Formenkreis an PCV2-assoziierten Erkrankungen gebildet. In den letzten Jahren wurden auch respiratorische Erkrankungen immer häufiger mit PCV2 in Verbindung gebracht, vorrangig im Kontext des sogenannten "Porcine Respiratory Disease Complex" (PRDC). Erkrankungen des Atmungstraktes sind aus Gründen der Tiergesundheit, des Tierwohls und der Ökonomie ein bedeutender Faktor in der Schweinehaltung und gleichzeitig eine der Hauptindikationen für die Verschreibung und Verabreichung von antimikrobiellen Wirkstoffen. Die Einführung von Vakzinen gegen PCV2 im Jahr 2008 in Österreich bot die einmalige Chance den Nutzen und die Effektivität der Impfung und deren Einfluss auf die Lungengesundheit der Tiere über einen mehrjährigen Zeitraum zu evaluieren. Die Beantwortung der Fragestellung erfolgte auf der Grundlage von Routinedaten, die im Rahmen eines Qualitätssicherungssystems erfasst wurden. Der Datensatz umfasste Impfdaten und post-mortem Befunde von insgesamt 247 505 Mastschweinen von 72 Betrieben über einen Zeitraum von 4 Jahren (2008-2011). Die Evaluierung des Einflusses der PCV2-Impfung auf die Wahrscheinlichkeit und den Ausprägungsgrad von post-mortem Pneumonien erfolgte mit Hilfe eines "Cumulative Link Mixed Model". Drei Haupteffekte wurden beobachtet: (1) Die PCV2-Impfung führte zu einer signifikanten (P<0,01) Reduzierung der Odds (Koeffizient: -0,05) für eine geringgradige, mittelgradige oder hochgradige Pneumonie in der post-mortem Befundung von geimpften Mastschweinen. (2) Schweine aus Mastbetrieben hatten bei der Schlachtung ein geringeres Risiko (Koeffizient: -0,44; P<0,05) für eine Pneumonie als Schweine aus geschlossenen Betrieben. (3) Waren die Tiere gegen PCV2 geimpft, zeigte sich ein deutlich stärker ausgeprägter Effekt (Koeffizient: -0,19; P<0,001) im Rückgang der Odds für eine post-mortem Pneumonie wenn diese von einem Mastbetrieb stammten. Die Kombination aus der PCV2-Vakzination, dem Betriebstyp und der Interaktion dieser beiden Faktoren, führte für ein geimpftes Tier aus einem Mastbetrieb beinahe zu einer Halbierung des Risikos (OR 0,51) für eine Pneumonie in der post-mortem Diagnostik, im Vergleich zu einem nicht-geimpften Tier aus einem geschlossenen Betrieb. Die Ergebnisse dieser Studie demonstrieren den positiven Einfluss des PCV2-Impfprogrammes auf die Lungengesundheit der Tiere und zeigen darüber hinaus welcher Mehrwert aus der gezielten Nutzung von Routinedaten und der Evaluierung von Management- und Präventionsmaßnahmen gezogen werden kann.

    Schlagworte:
    Schweinegesundheit / Porcines Circovirus Typ 2 / PCV2 / Vakzination / post-mortem Befunde / Schlachtbefunde / Pneumonie


    Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

    Raith, J; Kuchling, S; Schleicher, C; Schobesberger, H; Köfer, J (2015): Influence of porcine circovirus type 2 vaccination on the probability and severity of pneumonia detected postmortem. Vet Rec. 2015; 176(5):124
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