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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2012

AutorInnen: Deutsch, Monika

Titel: Genotypische und phänotypische Charakterisierung von Staphylococcus aureus – Isolaten von Kühen mit chronischer Mastitis.

Titelvariante: Genotypic and phenotypic characterisation of Staphylococcus aureus - isolates from cows with chronic udderinfection

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 61.


Betreut von:

Ehling-Schulz Monika
Grunert Tom

Begutachtet von:
Wagner Martin

Einrichtung:
Institut für Physiologie, Pathophysiologie und Biophysik, Abteilung für Physiologie, Pathophysiologie und experimentelle Endokrinologie


Abschluss Datum: 30.10.2012


Abstract:
In dieser Arbeit wurden S. aureus Isolate von 92 Milchproben von 13 Kühen, die an einer subklinischen chronischen– Mastitis erkrankt waren, mittels Fourier-Transform Infrarot (FTIR) Spektroskopie auf ihre Ähnlichkeit im metabolischen Fingerprint über einen gewissen Zeitraum untersucht. Durch die Clusteranalyse konnte ein Vergleich der Keime sowohl auf Herden-, als auch auf Kuhebene durchgeführt werden, durch den Informationen über die Persistenz der Keime und deren Fähigkeit zur Streuung innerhalb der Herde ermittelt werden konnten. Zusätzlich wurde mindestens bei zwei Isolaten je Kuh eine nuc-gene PCR (spezifisch für S. aureus) zur Bestätigung der FTIR – Ergebnisse durchgeführt. Als chronisch infiziert wurden jene Tiere eingestuft, bei denen S. aureus in den bakteriologischen Untersuchungen mindestens dreimal innerhalb von drei Monaten nachgewiesen wurde. Jedes Isolat wurde jeweils in zwei unabhängigen Messungen einer Doppelmessung unterzogen. Bei der Clusteranalyse wurde die Polysaccharidregion im Bereich von 800 – 1200 cm-1 untersucht. Cluster, deren Mitglieder eine Heterogenität von weniger als 3 voneinander aufwiesen, wurden als einheitliche Gruppe betrachtet. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich bei den untersuchten Kühen der Herde A und C über den gesamten Untersuchungszeitraum jeweils ein S. aureus – Klon manifestiert hat, der in der Herde persistieren konnte. In Herde B und D wird das Krankheitsgeschehen von mehreren Klonen beherrscht. Bei Herde B kam es wahrscheinlich zu einer wechselseitigen Übertragung zwischen den Kühen 4, 5, 7, 8 und 9. In der Kuh 6 persistierte der S. aureus – Klon über die gesamte Zeitspanne. In der Herde D wurde in jeder Kuh jeweils ein spezifischer Klon gefunden. Bei Kuh 13 konnte während dem Untersuchungszeitraum von drei Monaten jedoch eine Änderung des Klons im Euter festgestellt werden. Nachfolgende molekulare Typisierungen werden zeigen, ob eine Neuinfektion stattgefunden hat, oder ob es durch Veränderungen in der Expression der Virulenzfaktoren, Anpassung ans Gewebe (LEE & LEE, 2006) und Selektion auf NT-Typen (TUCHSCHERR et al., 2007) zu einer Veränderung desselben Klons gekommen ist. Die FTIR – Spektroskopie ist ein schnelles und verlässliches Werkzeug zur epidemiologischen Typisierung der Isolate von S. aureus –Mastitis bei Kühen auf Herden- und Kuhebene. Es könnte auch, ergänzend zu den genetischen Daten, zur Beobachtung von phänotypischen Veränderungen durch Wirtsadaption von S. aureus nützlich sein.


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