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Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2008

AutorInnen: Schoster, A

Titel: Detection of bovine papillomavirus in equine hoof canker.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 90.


Betreut von:

Stanek Christian
Van Den Hoven Rene


Abstract:
Papillomaviren führen nachweislich zu teils schwerwiegenden Erkrankungen in Mensch und Tier. Bovine Papillomaviren (BPVs) induzieren Papilloma auf Haut und Schleimhaut ihres natürlichen Wirts, dem Rind. Darüber hinaus gilt es heute als gesichert, dass BPV-1 und BPV-2 maßgeblich an der Entstehung und Persistenz lokal aggressiver Hautläsionen, so genannten Sarkoiden, bei Equiden beteiligt sind. Equiner Hufkrebs (Pododermatitis chronica verrucosa) wird als chronische hyperproliferative Hufdermatitis definiert. Obwohl viele mögliche Ursachen bislang diskutiert wurden, ist die Ätiologie der Erkrankung nach wie vor unbekannt. Es ist bisher nicht gelungen, Bakterien, Pilze oder Viren als ursächliche Erreger von Hufkrebs zu identifizieren. Da Hufkrebs histologisch und klinisch Gemeinsamkeiten mit dem equinen Sarkoid aufweist, haben wir nun eine mögliche Assoziation von BPV-1/2 mit Hufkrebs untersucht, indem wir von elf Hufkrebspatienten gewonnene DNA-Isolate auf Präsenz viraler DNA untersuchten. Mittels eines hochsensitiven PCR-Protokolls, das den Nachweis von <=10 Kopien der BPV-1/2-Gene E5 oder L1 aus equiner genomischer DNA erlaubt, ist es gelungen E5 und/oder eine kurze L1-Sequenz in 11 von 11 Hufkrebsproben zu detektieren. Zusätzlich wurden alle weiteren frühen Gene des Virus in Hufkrebsgewebe, intakter Haut und Blutzellen zweier Hufkrebspatienten nachgewiesen, was unsere Daten erhärtete und zeigte, dass BPV DNA latent in infizierten Pferden vorhanden ist. Der nicht gelungene Nachweis des gesamten offenen Leserahmens von L1 in der Mehrzahl untersuchter Proben deutet an, dass dieses Gen zumindest teilweise deletiert ist, so dass virale DNA in Form unvollständiger Episome vorliegen oder aber zumindest teilweise in das Wirtsgenom integriert sein könnte. Sequenzanalysen aus Hufkrebspatienten amplifizierter Virusgene belegen eine maximale Übereinstimmung von 98% mit der bekannten BPV-1-Sequenz X02346. An Hufkrebs erkrankte Pferde weisen somit Infektion mit einer genetischen BPV-1-Variante auf. Eine Punktmutation, die im Falle zwei unabhängig aus zwei Tieren erhaltener L2 Sequenzen beobachtet wurde, führt zu einem vorzeitigen Ende der L2-Translation, was darauf hinweist, dass die Expression dieses Proteins zum Teil unterdrückt ist. Unsere Daten geben einen starken Hinweis darauf, dass BPV-1 eine aktive Rolle bei der Entstehung und/oder Persistenz von Hufkrebs spielt. Weitere Studien sind notwendig, um diese neue Assoziation von BPV-1 zu verifizieren.

Schlagworte:
Boviner Papillomavirus / Equiner Hufkrebs


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