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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2007

AutorInnen: Lorenz, R

Titel: Standardisierung von Elektroenzephalogrammen bei neurologisch unauffälligen Pferden in unterschiedlichen Sedierungen im Vergleich zum unsedierten Zustand.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 75.

Betreut von:

Leinker Sandra
Pakozdy Akos
Van Den Hoven Rene


Abstract:
Immer wieder wurden durch einzelne wissenschaftliche Arbeiten in der Vergangenheit Versuche unternommen, in der Pferdemedizin eine EEG-Untersuchung in die neurologische Routinediagnostik zu integrieren. Dennoch mangelt es immer noch an grundlegenden Daten und diese Untersuchungsmethode wird in der Tiermedizin, insbesondere der Pferdemedizin, nach wie vor nur sehr selten zum Einsatz gebracht. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass EEG-Untersuchungen an wachen stehenden Pferden auf Grund häufig auftretender Bewegungsartefakte bei unruhigen Patienten, nur sehr schwierig durchführbar sind und man die Pferde sedieren müsste, um sinnvolle Ergebnisse zu erhalten. In der hier vorliegenden Arbeit wurden 10 gesunde Pferde mit vier verschiedenen Varianten sediert und einer EEG-Messung unterzogen, um die Effekte der Sedationen auf das EEG zu studieren und darzustellen. Hierfür wurden die gewonnen Daten einerseits mittels einer Fast-Fourier-Transformation für eine Darstellung der Grundaktivität quantifizierbar gemacht und andererseits durch eine visuelle Auswertung paroxysmale Veränderungen und Artefakte in den EEG-Aufzeichnungen beschrieben. Alle Sedierungen erreichten eine Reduktion der Beeinflussung durch Bewegungsartefakte und bewirkten einen Anstieg der langsamen Deltawellen von durchschnittlich 49% (unsediert) auf 57 bis 73% je nach angewandter Sedierung und Wirkungsdauer. Weiters konnte die Reproduzierbarkeit der Messergebnisse durch die Sedierung im Vergleich zu den Messungen ohne Sedierung verbessert werden. In der visuellen Auswertung konnten Einflüsse der Sedation durch das gehäufte Auftreten von Schlafspindeln deutlich gemacht werden. Auf Grund der vorliegenden Daten und Wirkungskurven können Xylazin und Detomidin für die Anwendung in einer EEG-Untersuchung empfohlen werden, währenddessen Acepromazin und Detomindin in Kombination mit Butorphanol weniger geeignet erscheinen. Die hier dargestellten Veränderungen des EEGs können somit als sedationsbedingt zuordenbar gemacht werden und es können basierend auf der hier beschriebenen Methodik größer angelegte Studien mit dem Ziel der Erkennung von pathologischen Veränderungen bei kranken Pferden durchgeführt werden.

Schlagworte:
EEG / Pferd / Sedierung / Detomidin / Butorphanol / Xyalzin / Acepromazin


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