Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2009

AutorInnen: Hackl, Sigrun

Titel: Postprandial influences and effects of exercise on plasma Amino Acid concentrations in horses.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 56.


Betreut von:

Van Den Hoven Rene
Zentek Jürgen

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Zugehörige(s) Projekt(e): Plasmaaminosäuren und Muskelmetabolismus bei Pferden


Abstract:
Ziel der vorliegenden Studie war die Ermittlung von Plasmakonzentrationen freier Aminosäuren im Blut von Pferden unter den Einflüssen von Fütterung und körperlicher Leistung. Es wurden dazu zwei unabhängige Versuche durchgeführt. Im ersten Versuch wurden die freien Aminosäuren im Plasma von 10 Jährlingen gemessen. Die Pferde wurden mit Heu, Hafer und Sojaextraktionsschrot gefüttert. Morgens vor der Fütterung sowie im 2 Stunden-Takt nach der Fütterung wurden über 8 Stunden Blutproben entnommen. Die Prozedur wurde nach 40 Tagen wiederholt. Die Plasmaaminosäuren wurden mittels HPLC nach Orthophthalaldehyd-Derivatisierung ermittelt. Die Nüchternwerte waren weder durch das Individuum noch durch den Tag der Probenahme beeinflusst. Während die absoluten postprandialen Konzentrationen stark zwischen den Tagen schwankten, waren die relativen Veränderungen, gemessen am präprandialen Status, vergleichbar. Alle Aminosäurenkonzentrationen stiegen nach der Fütterung an und hatten nach 2 Stunden ihre maximale Konzentration erreicht. Nach 8 Stunden befanden sich die Konzentrationen der meisten Aminosäuren wieder im Bereich der Nüchternwerte. Lediglich Glycin stieg zwischen 6 und 8 Stunden nach der Fütterung wieder an. 3-Methylhistidin blieb über den Tagesverlauf unverändert und war von der Fütterung unbeeinflusst. Im zweiten Versuch wurde der Einfluß des Trainings auf Plamaaminosäurekonzentrationen gemessen. 36 Trabrennpferden, die regulär im Training standen, wurde jeweils vor und nach schnellem Training Blut entnommen. Von 20 Pferden wurde zusätzlich nach 35 Tagen vor und nach dem schnellen Training Blut entnommen. Die Leistungsintensität im Training wurde retrospektiv anhand der Plasmalaktatkonzentrationen ermittelt und die Pferde wurden in zwei Gruppen unterteilt, Gruppe 1 mit Laktatkonzentrationen im Bereich von 4-15 mmol/l und Gruppe 2 mit Konzentrationen über 15 mmol/l. Die Plasmakonzentrationen von Alanin, Aspartat, Glutamat, Isoleucin, Leucin, Lysin und Taurin stiegen nach der Belastung an, die Konzentrationen von Arginin, Asparagin, Citrullin, Glutamin, Glycin, Histidin, Methionin, Serin und Tryptophan sanken. Ornithin, Threonin, Tyrosin, Phenylalanin und Valin blieben von der Belastung unbeeinflusst. Höhere Leistungsintensität führte zu einem signifikanten Abfall der Konzentrationen von Tryptophan und einem signifikanten Anstieg von Taurin. Der Messtag hatte signifikante Effekte auf die absoluten Aminosäurekonzentrationen vor und nach der Belastung. Zusammenfassend zeigte sich, dass sowohl Nahrungsaufnahme als auch kurze, intensive körperliche Belastung messbare Veränderungen der freien Aminosäurenkonzentrationen im Plasma nach sich zieht. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit genau definierter Bedingungen, insbesondere unter Berücksichtigung des postprandialen Status, zur Beurteilung von Veränderungen der Aminosäurenplasmakonzentrationen. Als Schlussfolgerung ergibt sich, dass die Aminosäurenversorgung von Sportpferden im Sinne einer Unterstützung der Muskelintegrität sowie einer Verkürzung der Erholungsphase nach der Belastung von Bedeutung sein könnte. Dazu ist insbesondere zum Zusammenhang zwischen Ein- und Ausstrom der Aminosäuren in der Muskulatur und ihrem Metabolismus weitere Forschung notwendig.

Schlagworte:
Aminosäuren / Ernährung / Bewegung / postprandial


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads