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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2011

AutorInnen: Schroeder-Stein, Katrin

Titel: Effekt unterschiedlicher Sedativa auf die Atemwegsimpedanz beim Pferd gemessen mit der oszillometrischen Methode (FOM).

Titelvariante: The impact of various sedatives on the impedance of the equine respiratory tract, measured by the method of forced oscillation

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 40.


Betreut von:

Van Den Hoven Rene

Begutachtet von:
Moens Yves

Einrichtung:
Klinische Abteilung für Interne Medizin Pferde


Abschluss Datum: 21.10.11


Abstract:
Die Methode der forcierten Oszillometrie (FOM) stellt eine Möglichkeit der Lungenfunktionsmessung beim Pferd dar, die einige entscheidenden Vorteile gegenüber anderen Methoden bietet (YOUNG UND TESAROWSKI, 1994, HOFFMAN, 2002a). Dennoch besteht der Nachteil, dass die Pferde zu dieser Untersuchung meist sediert werden müssen (REITEMEYER et al. 1986). In vielen Studien wurde ein Einfluss von Xylazin auf die Atemmechanik beschrieben, welcher die Messergebnisse und deren Interpretation verfälschen kann (REITEMEYER et al. 1986, LAVOIE et al., 1992, KLEIN et al., 2005). Ziel dieser Studie war es, zu testen, ob auch Acepromazin(ACP) eine Wirkung auf die Mechanik des Respirationstraktes hat und ob diese genauso signifikant sind, wie die von Xylazin. Bei 6 RAO-Pferden wurde mittels FOM bei verschiedenen Messfrequenzen (1,5 Hz, 3Hz, 5Hz, 7Hz) die Atemwegsimpedanz gemessen. An verschieden Messtagen wurden die Pferde einmal mit Xylazin und einmal mit ACP sediert. Als Basiswerte dienten Messungen ohne Sedierung. Eine Sedierung mit Xylazin erhöhte die Resistance (R) vor allem im Bereich der niedrigen Frequenzen signifikant. Die Mittelwerte (MW) erhöhten sich bei einer Messfrequenz von 1,5 Hz während der ersten 10 min nach Sedierung um 0,831±0,041 cm/H2O/l/s, bei 5 Hz erhöhten sich die MW von R dagegen nur noch um 0,219±0,009 cm/H2O/l/s. Auch die Werte der Reactance (X) wurden von Xylazin vor allem bei niedrigen Frequenzen beeinflusst. Im Vergleich zu den Basiswerten sanken sie nach der Injektion von Xylazin ab. ACP hatte ebenfalls vor allem im Bereich niedriger Frequenzen eine Wirkung auf die Atemwegsimpedanz, allerdings nicht so deutlich wie Xylazin. Die MW von R stiegen bei 1,5 Hz innerhalb von der ersten 10 min nach Applikation um 0,380±0,037 cm/H2O/l/s, bei höheren Frequenzen war die Differenz nicht mehr so deutlich. Bei X war ein Abfallen der MW zu beobachten, wiederum deutlicher bei niedrigeren Frequenzen. Die Veränderungen der Impedanz bei niedrigen Frequenzen weisen auf eine Veränderung im Bereich der unteren Atemwege hin (VAN ERCK et al., 2006). Xylazin hat eine Sympathikotonus hemmende Wirkung. Hierdurch kann eine Bronchokonstriktion hervorgerufen werden (LÖSCHER, 2010), welche die veränderten Werte der Impedanz erklären könnte. ACP hat eine ähnliche Wirkung auf den Sympathikus(LÖSCHER, 2010). Werden Xylazin oder ACP zur Sedierung bei einer Lungenfunktionsmessung eines Pferdes verwendet, sollten die durch die Sedativa hervorgerufene Änderungen der Impedanz des Respirationstrakts mit in die Beurteilung der Testergebnisse einbezogen werden.


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