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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2011

AutorInnen: Otto, Claudia

Titel: Verbreitung der Myostatin (MSTN)-Gen Allele g. 66493737T und C in 3 Gruppen bekannter Traberrassen.

Titelvariante: Distribution of myostatin (MSTN) gene alleles g.66493737T and C in three cohorts of common trotter breeds

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 49.


Betreut von:

Van Den Hoven Rene

Begutachtet von:
Sommerfeld-Stur Irene

Einrichtung:
Klinische Abteilung für Interne Medizin Pferde


Abschluss Datum: 09.01.12


Abstract:
Mehrere wissenschaftliche Studien befassen sich seit einigen Jahren mit Mutationen im Myostatin (MSTN) Gen bei verschiedenen Tierarten. Auswirkungen solcher Mutationen sind erhöhtes Muskelwachstum und dadurch Veränderungen in Phänotyp und Leistungsmerkmalen. Dabei handelt es sich meist um einen Einzelbasenaustausch (engl Single Nucleotide Polymorphism (SNP)) Bei einer von HILL et al. (2010) durchgeführten Studie an 179 Eliterennpferden aus dem Galopprennsport, konnte im MSTN Gen englischer Vollblüter ein Einzelbasenaustausch in Intron 1 (eine T zu C Substitution auf Chromosom 18, Position 66493737) festgestellt werden. Dabei assoziierte der Genotyp mit der besten Renndistanz der Pferde. Das Auftreten des C-Allels stand im Zusammenhang mit Sprintvermögen auf kurzen Distanzen, jedoch war das C- Allel nicht vorhanden in Pferden, die auf langen Distanzen Rennen liefen. Die vorkommenden Genotypen waren C/C, C/T und T/T .Bei Trabrennpferden wurde eine derartige Untersuchung bisher nicht durchgeführt. Ziel dieser Studie ist es, anhand einer Stichprobe herauszufinden, ob und wie häufig der von HILL et al (2010) festgestellte Einzelbasenaustausch im MSTN Gen bei Trabrennpferden nachzuweisen ist und ob ein Zusammenhang zwischen Renndistanz und Genotyp besteht. Dabei wurden insgesamt 65 Proben (Haare und Zellen der Maulschleimhaut) von 3 verschiedenen Traberrassen (20 American Standardbred (STB), 26 österreichische Traber (ÖT) und 19 französische Traber (FT)) gesammelt und mittels qPCR der Genotyp bestimmt. In der Testgruppe befanden sich sowohl Eliterennpferde, als auch weniger erfolgreiche Pferde. Der häufigste festgestellte Genotyp war T/T (n = 61), lediglich bei einem französischen männlichen Traber (Nr. 51) wurde ein C-Allel detektiert (Genotyp C/T). Durch Genotypisierung 3 weiterer Familienmitglieder dieses Pferdes konnten 2mal der Genotyp C/T und eine Halbschwester mit dem Genotyp C/C identifiziert werden. Zwei der Traber mit dem Genotyp C/T zeigten eine gute Rennleistung im Verlauf ihrer Karriere, während das Pferd mit dem Genotyp C/C keine Rennleistungen erbrachte. Ob die Erfolglosigkeit zurückzuführen ist auf einen möglichen allgemeinen negativen Effekt des C-Allels auf Leistungen bei Trabrennen oder ob es nur bei längeren Distanzen nachteilig wirkt, ist unklar. Es konnten keine Assoziationen zwischen Renndistanz und Genotyp der Pferde festgestellt werden. Ein hohes Vorkommen der T>C Mutation an der Stelle g66493737 in der Traberpopulation erscheint unwahrscheinlich. Vielmehr scheint das Vorkommen des C- Allels in 4 Trabern derselben Familie auf den Einfluss einer englischen Vollblutstute (in 5. Generation zu Pferd Nr.51)zurückzuführen zu sein, die das C-Allel an die Nachkommen weitervererbt haben könnte. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass in der Rasse des französischen Trabers das C-Allel häufiger vorkommt, als in anderen Traberrassen und dann einen gewissen Einfluss auf die Rennleistung haben kann.


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