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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2014

AutorInnen: Slamanig, Manuela

Titel: MSTN-Gensequenzen bei Vollblütern und effektiver Einsatz auf Renndistanz.

Titelvariante: MSTN-gene sequences of thoroughbreds and effective use on racing distance

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 57.


Betreut von:

Van Den Hoven Rene

Begutachtet von:
Brem Gottfried

Einrichtung:
Klinische Abteilung für Interne Medizin Pferde


Abschluss Datum: 28.11.14


Abstract:
Seit einigen Jahren haben Mutationen im Myostatin Gen (MSTN) das Interesse der Wissenschaftler erweckt. Bei verschiedenen Tierarten wurden diese Mutationen in Zusammenhang mit einer Muskelhypertrophie und somit einer Veränderung des Phenotyps beobachtet. Es wurden Studien bei Wiederkäuern, Mäusen, Hunden und Menschen durchgeführt. HILL et al. (2010) führte eine Studie mit 148 hochklassigen Galopprennpferden in Irland durch. Es wurde ein Einzelbasenaustausch im Intron 1 (eine T zu C Substitution auf Chromosom 18, Position 66493737) festgestellt, welcher einen Zusammenhang mit der Idealdistanz der Pferde im Rennen hatte. Daraufhin wurden weitere Studien von HILL et al. (2010) durchgeführt und man fand dabei die 3 verschiedenen Genotypen C:C, C:T, sowie T:T. C:C Pferde sind besonders schnell und laufen gut auf kurze Distanzen. Sie sind sehr frühreif und stärker bemuskelt. C:T Pferde sind der dominierende Genotyp auf der Mitteldistanz. T:T Pferde sind meist spätreife Pferde, die Stehvermögen besitzen und besonders gut auf langen Distanzen laufen. Die meisten der 2-jährig bereits an den Start kommenden Pferde sind C:C oder C:T. Um die Studie zu vertiefen wurden auch Quarter Horses, Vollblutaraber aus Distanzrennen sowie National Hunt Pferde (laufen Rennen von 16–36furlongs) getestet. Bei den Quarter Horses fand man eine starke Dominanz des C-Allels, bei den Vollblutarabern und den National Hunt Pferden eine Dominanz des T-Allels. Somit verstärkte sich die Annahme, dass das C-Allel für Schnelligkeit und das T-Allel für Ausdauer und Stehvermögen steht. Ziel dieser Studie ist es den von HILL et al. (2010) festgestellten Einzelbasenaustausch auch bei 20 getesteten, in Österreich im Training stehenden Galopprennpferden nachzuweisen und zu schauen ob ein Zusammenhang zwischen dem Genotyp und der Rennleistung besteht. Dazu wurde von jedem der Pferde eine Haarprobe entnommen und mittels qPCR der Genotyp bestimmt. 4 Mal wurde der Genotyp C:C, 11 Mal der Genotyp C:T und 5 Mal der Genotyp T:T nachgewiesen. Bis zu einer Distanz von 1000m waren ausnahmslos C:C Pferde die Sieger. Insgesamt konnte dieser Genotyp Rennen von 1000m bis 1600m gewinnen. C:T Pferde waren siegreich auf Distanzen von 1200m bis 2400m. Ihre Idealdistanz war 1800m. Die Pferde mit dem Genotyp T:T konnten Rennen mit einer Distanz von 1500m bis 2600m und mehr gewinnen. Ihre Idealdistanz betrug 2200m und aufwärts. Somit konnte ein direkter Zusammenhang des Genotypes eines Galopprennpferdes und seiner Rennperformance nachgewiesen werden. Allerdings muss man gewisse Faktoren hierbei beachten, wie beispielsweise den Einsatz eines Pferdes auf falscher Renndistanz durch seinen Trainer. Oder ein Mangel an passenden Rennen in verschiedenen Ländern mit wenig Rennsport, wie es zum Beispiel in Österreich der Fall ist. Hier werden Pferde oft auf Grund von wenigen Rennen auf falschen Distanzen gestartet. Um ein Pferd erfolgreich zu trainieren und zu managen bedarf es darum nicht nur das Wissen um die genetischen Eigenschaften sondern auch die Möglichkeit dieses Wissen in die Tat umzusetzen.


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