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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2015

AutorInnen: Blaszczyk, Klaudia-Zofia

Titel: Narkolepsie bei Pferden in Österreich.

Titelvariante: Equine Narcolepsy in Austria

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 112.


Betreut von:

Van Den Hoven Rene

Begutachtet von:
Leschnik Michael

Einrichtung:
Klinische Abteilung für Interne Medizin Pferde


Abschluss Datum: 20.03.2015


Abstract:
Narkolepsie beschreibt eine Krankheit, bei welcher die Patienten nicht in der Lage sind, eine physiologische Schlaf-, wie auch Wachheitsphase, für längere Zeit aufrecht zu erhalten. Durch die Störung im Schlaf-Wach-Zyklus ist sie charakterisiert durch eine exzessive Tagesschläfrigkeit, gefolgt von Schlafstörungen während der Nacht, Kataplexie und eventuell vorkommenden REM-Schlaf assoziierten Störungen wie Halluzinationen oder Paralysen. Zusätzlich tritt oftmals frühzeitiger REM-Schlaf gleich am Beginn einer Schlafperiode ein, anstatt zuvor alle notwendigen NREM-Schlaf-Phasen zu durchlaufen. Ähnliche Krankheitssymptome, wie die beim Menschen, wurden ebenfalls an Tieren, wie Hunden, Nagern, Wiederkäuern oder Pferden beobachtet. Narkolepsie entwickelt sich sporadisch oder kann bei einem geringen Prozentsatz der betroffenen Pferde auch vererbt werden. Bei speziellen Hunderassen konnte eine genetisch bedingte Pathogenese nachgewiesen werden. Obwohl beim Pferd bislang kein für die Krankheit verantwortliches Gen detektiert werden konnte, wurde ein gehäuftes familiäres Auftreten bei Miniaturpferden, Shetlandponys, Suffolkpferden, Lipizzanern und Vollblütern wahrgenommen. Andere Pferderassen sind nur selten davon betroffen, wobei diese Narkolepsie für gewöhnlich idiopathisch entwickeln. Neben der Narkolepsie zählt die Schlafdeprivation zu einem beim Pferd vorkommenden Leiden. Beide Krankheitskomplexe unterliegen einer Störung des Schlafverhaltens, ähneln sich auch äußerlich anhand ihrer Symptome sehr stark, stellen aber dennoch klar zu differenzierende Erkrankungen dar. Die Pathogenese, wie auch der Verlauf, unterscheiden sich vollkommen und sollten daher nach eingiebiger Diagnostik klar voneinander differenziert werden. Während die Ursachen, die zu einer Schlafdeprivation führen, bekannt sind, kann man über die pathologischen Mechanismen bei Narkolepsie nur spekulieren. Ansätze aus der Humanmedizin exisiteren, konnten aber bis dato aufs Pferd nicht vollständig übertragen werden. Eine Erfolg bringende Therapie existiert somit nur bei der Schlafdeprivation, wohingegen Narkokepsie nicht heilbar ist. Hierbei wird allerdings mittels symptomatischer Therapie versucht, die Lebensqualität zu verbessern und vorhandene Anzeichen einzudämmen.


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