Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2015

AutorInnen: Schröder, Ulrike

Titel: Die Polysacharid-Speicher-Myopathie beim Haflinger.

Titelvariante: Effect of Diet on Haflinger Horses With GYS1 Mutation (Polysaccharide Storage Myopathy Type 1)

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 39.


Betreut von:

Van Den Hoven Rene

Begutachtet von:
Zebeli Qendrim

Einrichtung:
Klinische Abteilung für Interne Medizin Pferde


Abstract:
Ziel der Studie war es, den Phänotyp von Haflingern mit Glycogensynthase 1 (GYS1) - Mutation (PSSM Typ 1) genauer zu charakterisieren , vorallem in Abhängigkeit von der Fütterung. Dafür wurden sieben, für die GYS1-Mutation heterozygot positive Haflinger-Stuten mit sieben Haflinger-Stuten, die diese Mutation nicht aufwiesen, verglichen. Die Tiere wurden jeweils für 6 Wochen nur mit Heu oder zusätzlich mit einem kohlehydratreichen Kraftfutter gefüttert. Zwischen den zwei Fütterungsperioden lag eine „Wash-Out“-Periode von zwei Wochen. Nach jeder Fütterungsperiode wurde ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT), ein submaximaler Belastungstest am Laufband (STET) und eine offene Muskelbiopsie des M. semitendinosus und des M. gluteus medius durchgeführt. Die Insulinsensitivität wurde mittels des oGTT bestimmt. Plasma CK-, AST-, LDH- und Laktat-Konzentrationen wurden vor und nach dem STET gemessen. Die Muskelproben wurden mittels ATPase und Antikörper-Färbung hinsichtlich der Muskelfasertypen (1, 2A, 2X) untersucht. Desweiteren wurden chronische myopathische Veränderungen in der HE-Färbung untersucht und mittels PAS-Amylase Färbung komplexe Polysaccharideinschlüsse nachgewiesen. Eine Haflingerstute, ursprünglich zugehörig zur Kontrollgruppe, wies deutliche PAS-positive, Amylase-negative Polysaccharid-Einschlüsse in der Muskulatur auf. Daher wurde bei diesem Tier die Diagnose PSSM Typ 2 gestellt, weswegen es aus der Kontrollgruppe ausgeschlossen wurde. Bei den Tieren der Versuchsgruppe konnten in jeder Probe des M. semitendinosus komplexe Polysaccharid-Einschlüsse nachgewiesen werden, im M. gluteus medius gelang das nur in 10 von 14 Proben. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wies der M. semitendinosus der Versuchsgruppe einen deutlich höheren Myopathie Score auf, sowie deutlich mehr Typ 2A- und deutlich weniger Typ 2X-Muskelfasern auf. Die Muskelenzymwerte nach dem Belastungstest unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen, auch die Insulinsensitivität mit oGTT ermittelt war nicht unterschiedlich zwischen den Gruppen, wies aber deutliche saisonale Einflüsse auf. Die Fütterung hatte keinen Einfluss auf die erhobenen Werte. Zusammenfassend zeigen Haflinger heterozygot positive für die GYS-1 Mutation kaum oder keine klinischen Symptome, auch nach submaximaler Belastung nicht. Da PSSM Typ 2 bei Haflingern vorkommt, sollte bei negativem Gentest eine Muskelbiopsie des M. semitendinosus durchgeführt werden, da eine Biopsie des M.gluteus medius das Risiko von falsch negativen Ergebnissen birgt.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Schröder, U; Licka, TF; Zsoldos, R; Hahn, CN; Maclntyre, N; Schwendenwein, I; Schwarz, B; Van Den Hoven, R (2015): Effect of Diet on Haflinger Horses With GYS1 Mutation (Polysaccharide Storage Myopathy Type 1). J Equine Vet Sci. 2015; 35(7): 598-605.

© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads