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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2011

AutorInnen: Sinitsina, Lena

Titel: Retrospektive Studie über das Auftreten der klinischen Symptome des okularen Brachyzephalensyndroms im Zusammenhang mit dem Alter.

Titelvariante: Ocular brachycephalic syndrome: A retrospective study

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 71.


Betreut von:

Nell Barbara

Begutachtet von:
Dupré Gilles

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Kleintierchirurgie


Abstract:
Im Zuge dieser retrospektiven Studie wurde das Vorkommen der Augenveränderungen des okularen Brachyzephalensyndroms im Bezug auf Rasse und Alter untersucht. Es wurde überprüft, ob und wie lange das Auge die Veränderungen tolerieren kann. Hierbei wurden die Daten von Hunden mit okularem Brachyzephalensyndrom aus 6 Rassen zwischen 01.07.2002 und 01.07.2010 auf der Augenstation der Veterinärmedizinischen Universität Wien erfasst. Erhoben wurden Nationale (Rasse, Alter, Geschlecht, Kastrationsstatus), Anamnese (Vorstellungsgründe, Dauer der Symptome, Vorbehandlung) und ophthalmologische Befunde (Schirmer Tränentest, Trichiasis, Distichien, ektopische Zilien, Augenausfluss, Binde- und Hornhautveränderungen) und im Bezug auf Rasse sowie Altersklassen I, II, III (bis 2 Jahre, 3-10 Jahre, 11-17 Jahre) ausgewertet. Insgesamt wurden die Daten von 203 Hunden erhoben: 4 Englische und 7 Französische Bulldoggen, 5 Lhasa Apsos, 52 Möpse, 43 Pekinesen, 92 Shih Tzus. 73 Hunde waren unter 2 Jahre, 98 Hunde zwischen 3 und 10 Jahren sowie 32 Hunde zwischen 11 und 17 Jahren alt. Bei den Vorstellungsgründen dominierten Rötung (22,7%), Vorsorgeuntersuchung (16,3%) und Trübung (14,3%). 47,3% der Hunde wurden 1 Woche nach Auftreten der Symptome vorstellig. Durchschnittlich kamen die Besitzer mit ihren Hunden bei Reiben, Kneifen und Defekt des Auges nach höchstens 1 Woche wohingegen bei Tränen nach höchstens 6 Monaten. Bei 33,7% der Hunde wurde Keratokonjuktivitis sicca (KCS) festgestellt, bei 38,9% Trichiasis, bei 29,1% Distichen, bei 5,9% ektopische Zilien und bei 48,3% Augenausfluss. 67,5% der Hunde zeigten Bindehautrötung, 14,8 % Bindehautödem. 48,3% der Hunde hatten Hornhautpigmentierung, 26,1% -defekt, 25,1% -trübung, 29,1% Gefäßeinsprossung. In der Altersklasse I hatten 37% der Hunde Hornhautdefekt, in Altersklasse II 17% und in Altersklasse III 28%. Wobei die Hälfte der Hunde aus der Altersklasse I zusätzliche Befunde wie Distichien, ektopische Zilien oder KCS zeigte. 71% der vorgestellten Möpse waren unter 2 Jahre alt. Verglichen mit anderen Rassen war bei Möpsen das Vorkommen von Keratitis pigmentosa in allen Altersklassen sehr hoch (65%, 92%, 100%). Aus den Ergebnissen dieser Studie wird ersichtlich, dass, obwohl das okulare Brachyzephalensyndrom angeboren ist, das Auge die Veränderungen bis zu einer gewissen Dauer tolerieren kann und Binde- sowie Hornhautveränderungen erst im Laufe des Lebens auftreten können. Wobei ein hoher Anteil der Hunde schon in den ersten beiden Lebensjahren vorgestellt wurde (36%).

Schlagworte:
das okulare Brachyzephalensyndrom, Keratitis pigmentosa, Hund


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