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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2010

AutorInnen: Scheidl, Isabella ; Sock, Kristina

Titel: Retrospektive Studie über Achillessehnenrupturen bei Hund und Katze.

Titelvariante: Retrospective study on Achilles tendon ruptures in dog and cat: Case conferences and statistical evaluation.

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 80.


Betreut von:

Vidoni Britta

Begutachtet von:
Mayrhofer Elisabeth

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Kleintierchirurgie


Abstract:
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit Achillessehnenrupturen von Hunden und Katzen. Die Ursachen von Achillessehnenrupturen sind meist akute Traumata oder chronische Überdehnungen (FOSSUM, 2007). Achillessehnenrupturen sind einzuteilen in drei verschiedene Typen nach MEUTSTEGE (1993), in partiell oder vollständig (BRADEN, 1998; FOSSUM, 2007), in akut oder chronisch (FOSSUM, 2007; PIERMATTEI, FLO und DECAMP, 2006) bzw. nach der Lokalisation (BLOOMBERG, 1995). Diagnostisch stützt man sich auf die klinische, die orthopädische, die röntgenologische und die sonografische Untersuchung. Die Therapie kann konservativ oder chirurgisch erfolgen, wobei bei beiden die Immobilisierung des Tarsalgelenkes als wichtigstes Kriterium zu betrachten ist. An der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurden innerhalb von acht Jahren vier Hunde und 13 Katzen wegen Achillessehnenrupturen vorgestellt, was im Gegensatz zur aktuellen Literatur steht, die sich vornehmlich mit Hunden beschäftigt. Die hier aufgezeigten Patienten wurden vor allem in deskriptiver Weise, aber auch mit dem Chi²-Test nach Pearson und Fisher´s exaktem Test statistisch ausgewertet. Zehn Katzen litten an einer partiellen Achillessehnenruptur, während drei Katzen und alle Hunde eine komplette Ruptur hatten. Sechs Katzen wurden konservativ behandelt, der Rest der Tiere chirurgisch. Bei fünf Katzen und zwei Hunden wurden Komplikationen bemerkt. Bei 50% der konservativ behandelten Tiere und bei 80% der chirurgisch therapierten Tiere konnte eine vollständige Heilung erreicht werden. Es scheint eine Disposition zu Achillessehnenrupturen bei älteren Katzen und großen Hunderassen zu geben. Die plantigrade Fußung scheint ein gutes klinisches Indiz für Achillessehnenrupturen zu sein. Man kann eine Tendenz zu kompletten Rupturen bei Hunden und zu partiellen Rupturen bei Katzen erkennen. Ferner scheinen Komplikationen eher bei der chirurgischen Behandlung aufzutreten, aber diese Therapieform scheint ein besseres Outcome zu haben. Zur ersten Belastung kommt es im Durchschnitt nach 6,67 Wochen bei den konservativ therapierten Patienten bzw. nach 5,57 Wochen bei den chirurgisch versorgten Tieren. Die Behandlungsdauer beträgt 4,4 Wochen bei den konservativ behandelten Tieren bzw. acht Wochen bei den chirurgisch therapierten Patienten. Die Krankheitsform der Achillessehnenruptur bedarf unserer Meinung nach noch einer ausgedehnteren Untersuchung, um zu genaueren Ergebnissen zu gelangen.


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