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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2013

AutorInnen: Nachbaur, Julia

Titel: Entwicklung der veterinärmedizinischen physikalischen Medizin und Rehabilitation an der Veterinärmedizinischen Universität Wien im Zeitraum von 2001-2011.

Titelvariante: Developement of veterinary physical therapy and rehabilitation in the time period of 2001-2011 at the veterinary university of vienna

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 48.


Betreut von:

Bockstahler Barbara

Begutachtet von:
Forstenpointner Gerhard

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Kleintierchirurgie


Abschluss Datum: 18.02.13


Abstract:
In dieser Studie wurden sämtliche Patienten aufgenommen, welche im Zeitraum von 2001 bis 2011 an der Ambulanz für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Abteilung Chirurgie-, Augen- und Zahnheilkunde an der veterinärmedizinischen Universität Wien, vorstellig wurden. Aus dem Uni- internen TIS- System wurden dabei sämtliche Angaben über den Patienten selbst, dessen Erkrankung, Vorbehandlung und Überweisung entnommen. Des Weiteren wurde notiert, welche Therapiemethode wie oft durchgeführt wurde. All diese gewonnen Daten wurden anschließend ausgewertet. Ziel der Arbeit war es festzustellen, inwieweit sich die Anzahl an Patienten in diesen zehn Jahren verändert hat, ob es zu einem Anstieg kam oder nicht. Festgehalten bzw. differenziert wurde dabei, ob die Überweisung durch einen Tierarzt erfolgte oder ob der Patientenbesitzer selbstständig vorstellig wurde. Als interessant erwies sich dabei auch die Unterscheidung nach der Art der Vorbehandlung, wobei zwischen konservativer, chirurgischer oder keiner Vorbehandlung unterschieden wurde. Eine Annahme war auch, dass es im Laufe der zehn Jahre vermehrt zu Ellbogen- als Hüftgelenkserkrankungen kam. Die Annahme, dass es vermehrt zu Ellbogengelenkserkrankungen im Vergleich zu Erkrankungen des Hüftgelenks kommt, konnte jedoch nicht bestätigt werden. Hüftgelenkserkrankungen stellen nach wie vor die dominierende Gelenkserkrankung dar. Jedoch kam es im Bereich der Erkrankungen des Ellbogengelenks zu einem stärkeren Anstieg insgesamt. Die Datenauswertung zeigte für den Zeitraum 2001 bis 2011 einen deutlichen Anstieg der Patientenanzahl, ebenso stieg die Zahl jener Patienten, welche chirurgisch vorbehandelt wurden. Dies bestätigt, dass Physiotherapie bei Kleintieren von immer größerem Interesse ist und auch im Rahmen der postoperativen Rehabilitation einen großen Stellenwert einnimmt. Ebenso verzeichnete die Anzahl an Patienten welche selbstständig, also ohne Überweisung durch einen Tierarzt, die Hilfe der Physiotherapie in Anspruch nahmen einen starken Anstieg. Physiotherapie im Bereich der Tiermedizin scheint also auch in der breiten Öffentlichkeit immer populärer zu werden. Als Hauptindikationsgebiet für eine physikaltherapeutische Behandlung erwiesen sich (degenerative) Gelenkserkrankungen sowie Erkrankungen der Wirbelsäule. Physiotherapie stellt somit nicht nur im Bereich der postoperativen Rehabilitation eine große Hilfe dar, sondern nimmt auch eine wichtige Stellung bei der Behandlung chronischer Erkrankungen ein. Gerade dann, wenn mit einer chirurgischen oder medikamentösen Behandlung alleine kein zufriedenstellender Erfolg mehr erbracht werden kann, hilft oft die Physiotherapie weiter. Der Vorteil der Physiotherapie liegt hierbei darin, dass neben der Schmerzbekämpfung auch die Mobilität gefördert bzw. erhalten wird. Welche Erkrankung mit welcher physikaltherapeutischen Methode behandelt wird, muss immer individuell auf den jeweiligen Patienten, dessen Gesundheitszustand und Belastbarkeit abgestimmt werden. Meist erfolgt eine Kombination aus verschiedenen Therapiemethoden. Die Auswertung der Daten ergab hier eine erhöhte Häufigkeit bei der Anwendung von Akupunktur, Hydrotherapie und Elektrotherapie. Dies lässt sich erklären, da alle drei Methoden einfach und effektiv in ihrer Anwendung sind, eine vielfältige Wirkungsweise innehaben und über eine hohe Akzeptanz beim Patienten sowie beim Besitzer verfügen. Zusammenfassend konnte mit dieser Arbeit gezeigt werden, dass vPMR immer populärer wird und aus der Veterinärmedizin, sei es nun in der postoperativen Rehabilitation oder in der Behandlung degenerativer, schmerzhafter oder chronischer Prozesse, nicht mehr weg zu denken ist.


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